Kommunikation: "Ihr ITler könnt einfach nicht kommunizieren"

Warum ITler eigentlich toll kommunizieren können und Projekte trotzdem oft an der Kommunikation scheitern - und was dagegen zu tun ist.

Artikel von Andreas Hamm veröffentlicht am
Manchmal ist es leichter, mit Maschinen zu kommunizieren.
Manchmal ist es leichter, mit Maschinen zu kommunizieren. (Bild: Pavel Danilyuk/Pexels)

"Ihr ITler könnt einfach nicht richtig kommunizieren!" Das sagte mir ein erfahrener Spezialist für Informationssicherheit neulich, mit dem Nachsatz: "Also nichts gegen dich, aber du weißt, wie ich das meine." Es war ein Satz, der einem nur selten direkt gesagt wird, und ich wusste tatsächlich, was er meinte. Aber es stimmt nicht ganz. Wir ITler können super kommunizieren – nur oft nicht mit Menschen.

Inhalt:
  1. Kommunikation: "Ihr ITler könnt einfach nicht kommunizieren"
  2. Wer bessere Fragen stellt, bekommt bessere Antworten
  3. Wir sprechen Deutsch und doch nicht dieselbe Sprache

Wer in der IT anfängt, lernt einiges über Kommunikation. Beispielsweise, welche Protokolle heutzutage verwendet werden, wie wir mittels Programmiersprache dem Rechner die Aufgaben mitteilen oder wie sich Clients mit Servern austauschen. Nehmen wir beispielhaft das TCP-Protokoll und dessen Three-Way-Handshake.

Zuerst signalisiere ich, dass ich kommunizieren will (SYN) und erhalte hoffentlich die positive Antwort, dass mein Gegenüber sich darauf einlässt (SYN-ACK). Habe ich das Gefühl, dass mein Gegenüber mich richtig verstanden hat, bestätige ich das (ACK). Unsere Absicht befindet sich auf Protokollebene in den Quell- und Zielports, die beteiligten Personen sind die IP-Adressen und der initiale Austausch wird als Metaebene in den Flags beschrieben.

Nur wenn die Antwort für alle Elemente korrekt ist, können wir weiterkommunizieren. Stimmen Ports, IP-Adressen oder Flags nicht mit dem überein, was laut Protokoll erwartet wird, bricht die Kommunikation komplett zusammen. Die Maschinen sind da rigoros; viele Menschen hingegen übergehen das Problem und setzen die Kommunikation trotz sichtbarer Warnhinweise und Fehlermeldungen fort.

Wir ITler haben also den technischen Sachverstand zu kommunizieren, dennoch scheitern immer wieder Ideen oder IT-Projekte nicht nur an fehlender Zeit oder mangelndem Geld, sondern an der zwischenmenschlichen Kommunikation. Denn leider lernen wir nur bedingt, unsere Fähigkeiten auch bei Menschen anzuwenden.

Die Sprache wird's schon richten?

Weder Schule noch Ausbildung oder Studium behandeln in der Tiefe, wie Menschen miteinander kommunizieren sollten. Jeder geht davon aus, dass die Sprache allein es schon richten wird. Sicherlich bildet die gemeinsame Sprache eine Grundlage für funktionierende Kommunikation. Das reicht jedoch in unserer komplexen Thematik nicht, um unsere Bedürfnisse gegenüber anderen Menschen verständlich äußern zu können.

Schaut man sich die Trainingsangebote diverser Kommunikationsexperten und -institute an, sind diese häufig für Führungskräfte konzipiert. Folglich kommen auch nur diese in den Genuss dieser Weiterentwicklung und die IT-Admins dürfen sich mit den technischen Weiterbildungen begnügen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass eine bessere Kommunikation effizienter zu gewünschten Ergebnissen führt, als immer mehr technisches Wissen anzuhäufen. Mit einigen simplen Vorgehensweisen können wir unsere Arbeit durch Kommunikation besser machen.

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Wer bessere Fragen stellt, bekommt bessere Antworten 
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Hallonator 23. Feb 2023

Vor allem sind ITler auch Idioten aus Sicht der anderen Abteilungen. Viele von uns sind...

gadthrawn 22. Feb 2023

"Von leichtem Autismus spricht man, wenn Menschen mit normaler Intelligenz und normaler...

Tsherno 22. Feb 2023

in den jeweiligen Abteilungen und können nicht richtig mit Leuten Kommunizieren die nicht...

phatoni 21. Feb 2023

Gerade bei SW-Entwicklung sind Kontextwechsel auch ein Problem bei der Kommunikation...



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