Kommunen: Wie aus Vectoring-Förderung ein Glasfaserausbau wird

Wer Vectoring-Förderung beantragt hat, kann nun Glasfaser bekommen. Doch in der Praxis ist das gar nicht so einfach.

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Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM
Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM (Bild: Anga Com)

Kommunen, die bisher Vectoring-Projekte gefördert bekamen, können diese auf Glasfaser heraufstufen. "Das ist möglich, auch wenn die Bauzeit dann länger sein wird", sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten), am 14. Juni auf der Fachmesse Anga Com in Köln. "Das Upgrade von Vectoring zum Gigabit ist leider ein Megaproblem, wenn Bürgermeister und Landräte gerade ein Vectoringnetz aufbauen lassen, fragen sie sich, wie ändere ich das?"

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Tobias Miethaner, Abteilungsleiter Digitale Gesellschaft im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, betonte: "Alle wollen nun Gigabitnetze, das ist auch gut." Es sei nicht von Anfang an bürokratisch bei den Förderverfahren zugegangen. Nun sei Geld da, um alle weißen Flecken gefördert zu schließen. "Wir haben das Scoring herausgenommen, die Förderhöchstsumme wurde auf 30 Millionen Euro erhöht, die Förderverfahren werden vereinfacht. 60 Prozent der Anschlüsse in den bisherigen Verfahren sind auf Glasfaserbasis.". Bei dem Scoring-Modell wurden die Machbarkeit des Ausbaus und die Kosten pro Haushalt sowie die neu erschlossenen Haushalte bewertet.

Kommunen in Bedrängnis

Andrea Huber, Geschäftsführerin beim Anga (Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber) sagte: "Wir unterstützen, dass nur Glasfaser gefördert wird. Es kann doch nicht sein, dass Bürgermeister, die Vectoringförderung beantragt haben, nun später drankommen. Die klagen nun: 'Die, die noch gar nichts gemacht haben, bekommen nun Glasfaser, und wir sitzen auf Vectoring'".

Marcus Isermann, Leiter Politische Interessenvertretung Regulierung bei der Deutschen Telekom, erklärte dagegen: "Wir geben den Bürgermeistern was sie wollen, Vectoring oder Glasfaser."

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Helge Braun, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts, hatte schon im März 2018 erklärt, die neue Regierung werde sich von der Vectoring-Förderung verabschieden. "Wir fördern in Zukunft nur noch Glasfaser. Die Sorge, dass wir Kupferkabel fördern, dass wir Vectoring finanzieren mit staatlichen Mitteln - das tun wir nicht", sagte Braun (CDU).

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