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Kommerzielle Raumfahrt: SpaceX-Monopol gefährdet eine bezahlbare Raumfahrt

Die Kosten beim Transport von Gütern ins All sollen um 90 Prozent sinken. 2040 könnte eine komplette Industrie etabliert sein, wenn SpaceX Konkurrenz bekommt.
/ Mario Petzold
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Eine Rakete kurz nach dem Start (Bild: Nasa)
Eine Rakete kurz nach dem Start Bild: Nasa

Eine Studie der University of Cambridge(öffnet im neuen Fenster) sagt bis 2040 eine Reduzierung der Kosten von Raketenstarts um 93 Prozent voraus, bezogen auf die Nutzlast. Statt 4.000 US-Dollar im Jahr 2025 würde es demnach in 15 Jahren weniger als 300 US-Dollar kosten, die Masse von 1 kg in den niedrigen Erdorbit zu befördert.

Grundlage der Berechnung ist ein globaler Datensatz mit mehr als 4.000 Starts zwischen 1960 und 2025. In Kombination mit der Erfahrungskurve, einem Konzept aus der Betriebswirtschaft und historischen Parallelen zur Entwicklung des weltweiten Handels im 19. Jahrhundert leiten die Autoren der Studie, die in PNAS Nexus(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht wurde, den derzeitigen Stand der Raumfahrtindustrie ab.

Demnach befindet sich diese in der Phase mit dem größten Preisverfall. Der setzt dann ein, wenn staatlich kontrollierte Aufträge durch kommerzielles Handeln ersetzt werden, was aktuell insbesondere durch SpaceX geschieht.

Seit 1960 bereits 95 Prozent geringere Kosten

Durch die Vervielfachung der jährlichen Raketenstarts seit 2020 haben sich laut der Studie die Startkosten pro Jahr um 31 Prozent verringert. In den 20 Jahren davor waren es durchschnittlich 4 Prozent. Seit 1960 sind die Transportkosten je kg von inflationsbereinigten 86.000 Dollar auf 4.000 Dollar gesunken.

Als historisches Vorbild ziehen die Autoren die Ostindien-Kompanie(öffnet im neuen Fenster) heran. Diese hatte die Grundlage für den Aufbau weltweiter Handelsbeziehungen geschaffen, aber erst die Diversifizierung durch das Aufkommen zahlreicher konkurrierender Handelsfirmen ab etwa 1800 ließ die Transportpreise für Güter rapide fallen.

Konkurrenz zu SpaceX dringend gesucht

An diesem Punkt sei die Raumfahrtindustrie angelangt, heißt es in der Studie. Es gebe nun nicht mehr nur wissenschaftliche oder geostrategische Gründe, in den Orbit zu gelangen, sondern Geschäftsmodelle, die Investitionen möglich machten. Neben der Telekommunikation nennen die Autoren beispielhaft den Weltraumtourismus oder die Herstellung von Glasfaserkabeln sowie gedruckten organischen Materialien in der Schwerelosigkeit.

Verhindert werden könnte die Entwicklung durch geopolitische Spannungen und vor allem durch fehlende Konkurrenz zum derzeit dominierenden Raumfahrtunternehmen SpaceX. Ein solches Monopol, das sich auf Gewinnmaximierung konzentriert, würde laut Studie die Kostenreduzierung abbremsen.

Der Golem-Blick

Ob es tatsächlich so weit kommt, dass eine orbitale Industrie entsteht, hängt allerdings nicht allein von den Preisen für Raketenstarts ab. Insbesondere im niedrigen Erdorbit ist der Platz für Satelliten begrenzt, weshalb schon jetzt das Risiko von Kollisionen steigt. Ein Müllproblem im Orbit darf gar nicht erst entstehen, denn im schlimmsten Fall stünde die generelle Nutzbarkeit des Orbits auf dem Spiel.


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