Kommerzielle Raumfahrt: Raumstation Haven-1 sucht Experimente
Das US-Raumfahrtunternehmen Vast will 2026 mit Haven-1 die erste Raumstation in der Erdumlaufbahn testen. Es soll die erste kommerziell und astronautisch genutzte Mikrogravitations-Forschungs- und Fertigungsanlage im Weltraum werden. Das Unternehmen rief Wissenschaftler kürzlich dazu auf, Vorschläge für bodengestützte und weltraumgestützte Experimente(öffnet im neuen Fenster) einzureichen.
Das Weltraumlabor Haven-1 soll im zweiten Quartal 2026 mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX in den niedrigen Erdorbit gebracht werden. Das 14.000 Kilogramm schwere Raumlabor soll zunächst für drei Jahre in der Erdumlaufbahn bleiben. In diesem Zeitraum wird Haven-1 vier bemannte Missionen beherbergen, die jeweils eine Dauer von bis zu zehn Tagen haben.
Forschung für die Menschheit
Haven-1 ist nach Angaben von Vast bestens ausgestattet, um Experimente in vielen Bereichen zu beherbergen. Dazu zählen die On-Orbit-Entwicklung der Pharmazeutik, die Stammzellforschung, das Pflanzenwachstum sowie Humanforschung und Technologiedemonstrationen.
Das Unternehmen will Forschung unterstützen, welche die menschliche Erforschung des Mondes und des Mars fördert. Überdies unterstützt Vast Experimente, die den Menschen auf der Erde zugutekommen könnten, etwa Studien zu Knochen-, Muskel- und Herzgesundheit, medizinischer Technologie, Stammzellforschung und regenerativer Medizin.
Zusammenarbeit in der Schwerelosigkeit
Die ersten Partnerschaften für solche Experimente wurden mit dem US-Luft- und Raumfahrthersteller Redwire Corporation sowie dem deutsch-luxemburgischen Start-up Yuri Gravity(öffnet im neuen Fenster) für weltraumgestützte Biotechnologien geschlossen.
Zudem gibt es eine Partnerschaft mit der japanischen Gesellschaft für bemannte Raumfahrt, der JAMSS (Japan Manned Space Systems Corporation)(öffnet im neuen Fenster), die an der Ausbildung von Astronauten und Fluglotsen sowie der Durchführung von Weltraumexperimenten im Programm der Internationalen Raumstation (ISS) beteiligt ist.
Auch das US-amerikanisch-französische Unternehmen Interstellar Lab(öffnet im neuen Fenster), das sich auf die Pflanzenkultivierung in der Schwerelosigkeit spezialisiert hat, sowie das in den USA und Luxemburg ansässige Unternehmen Exobiosphere(öffnet im neuen Fenster), das verborgene Krankheitsmechanismen und biologische Prozesse mit Hilfe der Schwerelosigkeit erforschen will, kooperieren mit Vast.
Das Erbe der ISS fortsetzen
"Wir müssen auf dem Erbe des ISS National Labs aufbauen und Wissenschaftlern sowie der Industrie helfen, weltverändernde Forschungsdurchbrüche fortzusetzen, die nur in der neuartigen Umgebung der Mikrogravitation möglich sind", teilt Meghan Everett, Vast Principal Scientist, mit.
Entsprechend rief Vast die Wissenschaftsgemeinschaft dazu auf, sich an potenziellen privaten astronautischen Missionen zur ISS zu beteiligen – allerdings trifft hier die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Entscheidungen.
- Anzeige Hier geht es zur Internationalen Raumstation ISS von Lego bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.