Komet C/2022 E3: Bis in 50.000 Jahren!

Bitte alle schonmal das Fernglas bereitlegen, denn in den kommenden Tagen wird ein seltener Gast am Himmel zu sehen sein: Der Komet C/2022 E3 fliegt an der Erde vorbei, zum ersten Mal seit rund 50.000 Jahren.

Artikel von Mario Keller veröffentlicht am
Das Teleskop, mit dem der Komet entdeckt wurde, gehört zum Palomar Observatory in Kalifornien.
Das Teleskop, mit dem der Komet entdeckt wurde, gehört zum Palomar Observatory in Kalifornien. (Bild: Caltech/Palomar)

Er erreicht am 12. Januar 2023 seinen sonnennächsten Punkt und wird dann in Richtung Erde fliegen: der Komet C/2022 E3 (ZTF). Zwar wird er nicht ganz die Helligkeit des Kometen Neowise 2020 erreichen, dennoch lohnt sich ein Blick auf den Himmelskörper. Schon mit einem einfachen Fernglas sollte die Beobachtung möglich sein - wir erklären, wie man ihn am besten findet.

Großes Teleskop und viele Daten

Inhalt:
  1. Komet C/2022 E3: Bis in 50.000 Jahren!
  2. Wo und wie man den Kometen C/2022 E3 am Himmel findet

Entdeckt wurde C/2022 E3 durch das Zwicky Transient Facility (ZTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien. Das Beobachtungssystem dieser Einrichtung ist speziell dafür gebaut, große Teile des Himmels in kurzer Zeit zu scannen. Mit einem Bildfeld von 6,8° x 6,8° und ca. 80 Bildern pro Stunde kann das Teleskop eine Fläche über 60° x 60° abdecken.

  • Die 4x4-Sensormatrix der ZTF-Kamera (Bild: Caltech/Palomar)
  • Die Entdeckung von C/2022 E3 (ZTF): Aufnahme vom 2. März 2022 (Bild:  Zwicky Transient Facility)
  • Auffinden des Kometen C/2022 E3 (ZTF) am Himmel mit Hilfe der Stellarium-App (Screenshot: Mario Keller)
  • Der Komet Neowise, aufgenommen im Juli 2020 (Bild: Mario Keller)
  • Vergleich unterschiedlicher Bildfeldgrößen mit dem ZTF Teleskop (Bild: ZTF Collaboration)
Die 4x4-Sensormatrix der ZTF-Kamera (Bild: Caltech/Palomar)

Die Kamera des Oschin Schmidt Telescope besteht aus 16 Sensoren, die in einer 4x4-Matrix angeordnet sind und die Bilder in einer Auflösung von 600 Megapixeln liefert. Somit ist es möglich, den nördlichen Nachthimmel alle zwei Tage komplett zu erfassen (zumindest sofern es die Wetterlage zulässt). Damit können Veränderungen am Himmel über die Zeit erfasst werden, zum Beispiel sich bewegende Objekte wie Asteroiden, Kometen oder Supernovae.

Für die Auswertung der immensen Datenmengen wird auch auf Machine Learning zurückgegriffen.

Wie entdeckt man Asteroiden und Kometen?

Allerdings bedarf es nicht zwingend der systematischen Durchmusterung des Himmels, um Kometen oder Asteroiden zu entdecken. Häufig finden auch Amateure in ihren Aufnahmen des Nachthimmels Hinweise auf sich bewegende Objekte. In der Astrofotografie werden viele Bilder desselben Himmelsausschnitts nacheinander gemacht. Schaut man sich die einzelnen Bilder in chronologischer Reihenfolge an, erkennt man schnell Objekte, die sich relativ zu den fixen Sternen bewegen.

Das können Satelliten oder Flugzeuge sein, die meist eine Leuchtspur quer durchs Bild erzeugen, da sie sich sehr schnell bewegen, aber auch langsamere Objekte, die als sich bewegender Punkt zwischen den Aufnahmen sichtbar sind. Da Zeit und Ort der Aufnahme bekannt sind und auch der Ausschnitt des Himmels durch die Sterne eindeutig bestimmt werden kann, sind bereits bekannte Objekte recht einfach mit entsprechenden Datenbanken zu identifizieren.

In den Daten einer meiner Aufnahmesessions habe ich so vor einiger Zeit den Asteroiden 172 Baucis gefunden und ein Video aus den Einzelbildern generieren können.

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Wo und wie man den Kometen C/2022 E3 am Himmel findet 
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