Komatsu HD 605-7: Schwerlast-Muldenkipper wird zum Elektroauto

Die Trucks von Nikola und Cummins sind ja ganz nett. Aber auch nicht mehr - im Vergleich zu dem Elektro-Truck, der gerade in der Schweiz entsteht. Ein Schwerlaster des japanischen Baumaschinenherstellers Komatsu wird auf Elektroantrieb umgestellt.
Der Komatsu HD 605-7 ist ein Schwerlast-Muldenkipper(öffnet im neuen Fenster) für den Einsatz in Steinbrüchen oder Minen. Das Fahrzeug wiegt leer 45 Tonnen und kann 65 Tonnen Nutzlast transportieren.
Schweizer Unternehmen bauen den Muldenkipper um
Bisher hatte das Schwerfahrzeug einen Dieselantrieb. Die Schweizer Unternehmen Kuhn und Lithium Storage GmbH bauen es derzeit zum Elektroauto um. Die Arbeiten seien in einigen Monaten abgeschlossen, berichtet die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt(öffnet im neuen Fenster) (Empa), die die Sicherheit des Projekts überwacht.
Der Dieselantrieb wird durch einen E-Motor ersetzt. Als Energiespeicher dient ein Akkusystem aus 1.440 Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen, das der chinesische Hersteller Shenzen Westart baut. Der Akku hat eine Kapazität von 700 Kilowattstunden und wiegt rund 4,5 Tonnen.
Der E-Kipper rekuperiert Bremsenergie
Eingesetzt werden soll das Fahrzeug in einem Steinbruch an den Hängen des Chasseral. Von dort aus transportiert es Abbaumaterial zu einem Zementwerk bei Biel im Kanton Bern. Auf dem Weg nach unten soll das beladene Fahrzeug durch Rekuperation der Bremsenergie seinen Akku laden. Wenn es läuft wie geplant, ist das mehr elektrische Energie als für die Leerfahrt zurück nach oben nötig.
Der Elektro-Komatsu wird das bis dato größte Elektrofahrzeug mit dem größten Akku für ein Landfahrzeug. Mit Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen wollten die deutschen Autohersteller die nächste Generation ihrer Elektroautos ausstatten, sagt Marcel Held, Akkuexperte bei der Empa. Er prüft, wie sicher die Akkus sind, vor allem bei einem Unfall.

Im vergangenen Jahr hat Komatsu eine autonom fahrende Version eines Schwerlast-Muldenkippers vorgestellt .



