Kollaborationsplattform: Bending Spoons kauft Miro
Bending Spoons hat erneut ein einst hoch bewertetes Softwareunternehmen gekauft: Die Kollaborationsplattform Miro wechselt für 1,36 Milliarden US-Dollar den Besitzer, wie Techcrunch berichtet(öffnet im neuen Fenster). Das sind 90 Prozent unter dem Preis, der Ende 2021 noch gefordert wurde.
Die italienische Softwaregruppe, bekannt für den Kauf bekannter Digitalunternehmen zu reduzierten Bewertungen, setzt damit ihre Strategie fort: Bending Spoons erwirbt etablierte SaaS-Unternehmen.
Wie Miro während des Remote-Work-Booms aufstieg
Gegründet 2011 als Whiteboard-Tool unter dem Namen Realtimeboard, profitierte Miro erheblich vom Umschwung zur Remote-Arbeit während der Coronapandemie. Unternehmen, die persönliche Zusammenarbeit digital ersetzen wollten, nutzten die Plattform gern.
Das Angebot wuchs über das einfache digitale Whiteboard hinaus: Miro baute Integrationen für mehr als 250 Anwendungen auf und schloss Partnerschaften mit Atlassian, Cisco, Microsoft und Zoom. Nutzer konnten eigene Integrationen entwickeln und das Basisprodukt an ihre individuellen Workflows anpassen.
Jüngst positionierte sich Miro als AI Innovation Workspace neu, mit KI-Assistenten fürs Whiteboarding, KI-gesteuerten Workflows, Prototyping-Tools und Konnektoren, die Inhalte aus Plattformen wie Github, Jira und Slack einbeziehen.
Trotz Kaufpreis-Delle: gesundes Fundament
Trotz des drastischen Wertverfalls steht Miro finanziell vergleichsweise solide da. Das Unternehmen soll über mehr als 4 Millionen zahlende Nutzer und rund 100 Millionen Nutzer insgesamt verfügen. Bending Spoons gab an(öffnet im neuen Fenster), dass Miro einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von etwa 600 Millionen US-Dollar erziele, vornehmlich aus dem Geschäftskundenbereich.
Miro hat Konkurrenz durch größere, besser finanzierte Rivalen wie Canva, Figma und Microsoft erhalten. Das Unternehmen, das 2022 rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigte, baute seine Belegschaft zweimal ab – im Februar 2023 wurden 119 Mitarbeiter entlassen, im Oktober 2024 Berichten zufolge weitere 275.