Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Kohlendioxidabscheidung: US-Start-up Graphyte will Pflanzenreste einlagern

Verrottende Pflanzen setzen Kohlendioxid frei. Ein US-Start-up will die Biomasse deshalb verschwinden lassen.
/ Werner Pluta
27 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Heuballen (Symbolbild): Pflanzenreste einzulagern soll günstig werden. (Bild: Roni Bintang/Getty Images)
Heuballen (Symbolbild): Pflanzenreste einzulagern soll günstig werden. Bild: Roni Bintang/Getty Images

Den Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre zu verringern, ist eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel, allerdings auch eine teure. Ein Start-up aus den USA hat einen ungewöhnlichen Ansatz gefunden, und der soll auch noch kostengünstig sein.

Kohlenstoffabscheidung und -speicherung oder Carbon Capture And Storage (CCS) wird das genannt. Unternehmen wie Climeworks aus der Schweiz arbeiten an Verfahren, um das Kohlendioxid aus der Luft oder aus Abgasen einzufangen und unterirdisch einzulagern.

Graphyte(öffnet im neuen Fenster) aus Memphis im US-Bundesstaat Tennessee hingegen will verhindern, dass das Gas aus verrottenden Pflanzenresten in die Atmosphäre gelangt. Lebende Pflanzen binden Kohlendioxid durch Photosynthese. Stirbt eine Pflanze, wird beim Verrotten (oder Verbrennen) das Kohlendioxid wieder freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre. Im Prinzip ist das ein neutraler Prozess, weil so viel Kohlendioxid freigesetzt wie zuvor gebunden wurde.

Biomasse soll nicht verrotten

Der Ansatz von Graphyte ist jedoch, die Freisetzung zu verhindern, was sich positiv auf die Atmosphäre auswirken soll. Dazu nimmt das Start-up Biomasse, etwa Abfälle aus der Forst- und Landwirtschaft, und trocknet diese. Anschließend wird das Material zu Blöcken gepresst – Carbon Casting wird das Verfahren genannt.

Die Blöcke werden in einer Polymerfolie verpackt, die verhindert, dass Kohlendioxid freigesetzt wird. Die verpackten Blöcke werden schließlich unterirdisch eingelagert. Sensoren überwachen dabei, dass die Folien dicht sind und kein Kohlendioxid entweicht.

Der Ansatz habe einige Vorteile gegen über anderen CCS-Verfahren: Er sei weniger energieintensiv und vor allem deutlich günstiger. Graphyte zufolge kostet die eingelagerte Tonne Kohlendioxid 100 US-Dollar. Andere Verfahren sind um ein Mehrfaches teurer. 100 US-Dollar pro Tonne gilt als der Wert, ab dem eine Kohlendioxidabscheidung wirtschaftlich machbar ist. Zu den Investoren von Graphyte gehört Breakthrough Energy Ventures, ein von Bill Gates initiierter Investmentfonds für Klimaschutztechnologien.


Relevante Themen