Kohlendioxidabscheidung: Norwegen fördert Klimaschutzprojekt mit 1,5 Milliarden Euro

400.000 Tonnen Kohlendioxid sollen pro Jahr abgeschieden werden, unter anderem in einem Zementwerk.

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Zementverladung (Symbolbild): Abscheidungsanlage im Zementwerk von Heidelberg Cement
Zementverladung (Symbolbild): Abscheidungsanlage im Zementwerk von Heidelberg Cement (Bild: Heidelberg Cement)

Kohlendioxid unter die Erde: Die norwegische Regierung investiert umgerechnet über 1,5 Milliarden Euro in ein Projekt zur Kohlenstoffabscheidung. Dazu gehört ein Projekt in der Bauindustrie.

Um den Klimawandel aufzuhalten, muss der Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre gesenkt werden. Derzeit beträgt er 400 Parts per Million (ppm). Als umweltverträglich gelten 350 ppm. Um die Menge nicht weiter zu erhöhen, soll Kohlendioxid aus industriellen Prozessen abgeschieden, verflüssigt und im Untergrund gespeichert werden (Carbon Capture and Storage, CCS).

Zu Longship gehören drei Projekte

Im Rahmen des Projekts Longship - benannt nach den Langschiffen der Wikinger - fördert die norwegische Regierung das erste CCS-Projekt im industriellen Maßstab. Dazu gehören drei Anlagen: eine in der Abfallwirtschaft, eine in der Baustoffherstellung und eine in der Ölindustrie. So soll eine CCS-Einrichtung in Oslo in einem Müllheizkraftwerk installiert werden, das von der staatlichen finnischen Energiegesellschaft Fortum betrieben wird. Voraussetzung ist allerdings, dass Fortum dafür Finanzmittel bei der Europäischen Union (EU) erhält.

Die zweite CCS-Anlage soll in einem Zementwerk des deutschen Baustoffkonzerns Heidelberg Cement in der Telemark im Süden des Landes gebaut werden. Bei der Herstellung von Zement werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt: 600 Kilogramm bis eine Tonne pro Tonne Zement.

Zu Longship gehört schließlich noch das Projekt Northern Lights der Energieunternehmen Equinor, Shell und Total. Es wird sich mit dem Transport und der Lagerung des Kohlendioxids beschäftigen.

Die beiden Anlagen sollen laut Fortum zusammen etwa 400.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr abscheiden. Das flüssige Kohlendioxid soll von der Abscheidungsanlage nach Øygarden in der Provinz Vestland an der Westküste gebracht werden. Von dort aus soll das flüssige Kohlendioxid über Pipelines in einen unterirdischen Speicher verbracht werden.

Longship soll die Umwelt schützen und Arbeitsplätze schaffen

Die norwegische Regierung will Longship mit 16,8 Milliarden norwegischen Kronen, umgerechnet etwa 1,54 Milliarden Euro, unterstützen. Insgesamt soll das Projekt in den ersten zehn Jahren 25,1 Milliarden norwegische Kronen, knapp 2,3 Milliarden Euro, kosten. Longship werde ein Meilenstein in der Strategie der Regierung zur Bekämpfung des Klimawandels, sagte Premierministerin Erna Solberg nach einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur Reuters. "Das Projekt wird dazu Emissionssenkungen führen, zur Entwicklung neuer Technologien und zu neuen Arbeitsplätzen."

Vor Norwegens Küste steht auch die älteste CCS-Anlage: Seit 1996 fördert der Öl- und Gaskonzern Statoil im Sleipner-Feld Gas und pumpt jährlich rund eine Million Tonnen Kohlendioxid in den Untergrund zurück.

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lestard 23. Sep 2020

Es würden ja nicht einfach so alle komplett aufhören zu fördern. Und es würde auch nicht...

lestard 23. Sep 2020

Das sind doch alles triviale Erkenntnisse. Natürlich reguliert sich der CO2-Haushalt...

chefin 23. Sep 2020

Ja, mit 20% würden wir ca 150 Grad erreichen. Wassser würde nur noch Dampfförmig in der...

chefin 23. Sep 2020

Falsch Norwegen hat beschlossen die Ölmillionen anzulegen. Es wird nichts von diesen...



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