Kognitive Schuld: KI-generierte Software erfordert traditionelle Praktiken
Das Beratungsunternehmen Thoughtworks hat die 34. Ausgabe seines halbjährlich erscheinenden Berichts Technology Radar veröffentlicht, der auf Erfahrungen des Unternehmens mit seinen Kunden basiert. Dabei stellt Thoughtworks fest, dass KI-gestützte Softwareentwicklung die Branche zwar stark verändert, Entwickler aber gleichzeitig dazu zwingt, sich auf grundlegende Praktiken zu besinnen.
In einer zugehörigen Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) erklärt das Unternehmen, dass in früheren Ausgaben von Technology Radar die zunehmenden Fähigkeiten von KI in der Softwareentwicklung nachgezeichnet wurden. Der aktuelle Bericht betrachtet allerdings, wie Softwareunternehmen die Risiken reduzieren können, die beim Einsatz von KI in großem Umfang entstehen.
Dabei wird insbesondere vor einer wachsenden kognitiven Verschuldung gewarnt. Im Gegensatz zur technischen Schuld, bei der die schnelle technische Umsetzung einer Aufgabe zulasten der Qualität geht, verbreitert die kognitive Schuld die Lücke zwischen Mensch und Softwarecode, die entsteht, wenn immer mehr Code automatisch von KI generiert wird.
Traditionelle Vorgaben wichtiger denn je
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Entwicklung ist laut Thoughtworks, dass agentenbasierte Systeme zwar die schnelle Erstellung von Code ermöglichen, die traditionelle Beschränkung auf strenge Vorgaben aber wichtiger denn je ist.
"Anstatt den Menschen zu verdrängen, hat sich in den letzten Monaten gezeigt, dass ein erheblicher Bedarf an proaktiver Anwendung geeigneter Praktiken und technischer Hilfsmittel besteht, um diese [KI]-Fähigkeiten effektiv und sicher zu nutzen", sagt Thoughtworks-CEO Rachel Laycock dazu.
Um die Komplexität von KI-generiertem Softwarecode zu bewältigen, sei daher notwendig, auf die bewährten Methoden wie Zero Trust (g+), Cyberresilienz und die Testbarkeit von Software zurückzugreifen. Diese schließe den Umgang mit kognitiven Schulden ein, damit Entwickler den mithilfe von KI entwickelten Code weiterhin verstehen könnten, heißt es weiter.
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