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Kognitive Auswirkungen: KI-Nutzung schwächt Ausdauer und Problemlösungskompetenz

Eine aktuelle Studie zeigt: Wer KI für komplexe Aufgaben nutzt, verliert schnell die Fähigkeit, Probleme ohne Hilfe zu lösen.
/ Nils Matthiesen
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KI schwächt menschliche kognitive Ausdauer. (Bild: Ron Lach / Pexels)
KI schwächt menschliche kognitive Ausdauer. Bild: Ron Lach / Pexels

Die Nutzung von KI-Assistenten bei geistig anspruchsvollen Aufgaben führt bereits nach kurzer Zeit zu einer messbaren Abhängigkeit und einer verringerten Frustrationstoleranz. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team aus US-amerikanischen und britischen Forschern in der Studie AI assistance reduces persistence and hurts independent performance(öffnet im neuen Fenster) (KI-Unterstützung verringert die Beständigkeit und beeinträchtigt die eigenständige Leistung). Während die Tools die kurzfristige Leistung steigerten, zahlten Nutzer einen hohen "kognitiven Preis", sobald die Unterstützung wegfalle.

Leistungseinbruch nach Entzug der KI

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 1.000 Probanden bei Aufgaben wie mathematischen Gleichungen und Leseverständnis. Einer Gruppe wurde ein Chatbot zur Seite gestellt, während die Kontrollgruppe ohne Hilfe arbeitete. In der Mitte der Tests wurde der KI-Gruppe der Zugriff entzogen. Das Ergebnis: Die Leistung der KI-Nutzer brach massiv ein. Sie gaben nicht nur mehr falsche Antworten, sondern neigten deutlich häufiger dazu, Aufgaben komplett abzubrechen.

"Sobald man den Menschen die KI wegnimmt, geben sie nicht nur falsche Antworten. Sie sind gar nicht mehr bereit, es ohne KI zu versuchen", erklärte Rachit Dubey, Assistenzprofessor an der University of California und Mitautor der Studie Futurism(öffnet im neuen Fenster). Die Forscher verglichen diesen schleichenden Prozess mit dem Boiling-Frog-Effekt(öffnet im neuen Fenster): Die Erosion von Motivation und Ausdauer geschehe unbemerkt und sei schwer umkehrbar, sobald die Auswirkungen sichtbar würden.

Gefahr für Bildung und Innovation

Besonders kritisch bewerteten die Autoren den Einsatz von KI im Bildungssektor. Die ständige Verfügbarkeit von Lösungen könnte eine Generation von Lernenden hervorbringen, die ihre eigenen Fähigkeiten nicht mehr kenne. Dies drohe die menschliche Innovationskraft und Kreativität langfristig zu verwässern. Einen Lichtblick fanden die Forscher jedoch: Probanden, die die KI lediglich für Hinweise und Erklärungen nutzten, statt sich fertige Antworten generieren zu lassen, zeigten nach dem Wegfall des Tools eine höhere Resilienz.

Die Ergebnisse ordnen sich in eine Reihe von Untersuchungen ein, die vor den Nebenwirkungen der Technologie warnen. So verwiesen die Autoren darauf, dass andere Studien bei Kindern bereits schlechtere Testergebnisse und eine mangelhafte intellektuelle Entwicklung durch Chatbot-Nutzung festgestellt hätten. Auch das Phänomen des sogenannten AI Brain Fry – eine erhöhte Ermüdung bei Angestellten(öffnet im neuen Fenster), die paradoxerweise trotz KI-Hilfe länger arbeiten – wird in der Fachwelt zunehmend diskutiert. Die aktuelle Untersuchung zur kognitiven Ausdauer steht derzeit noch vor dem Peer-Review-Verfahren.


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