Abo
  • IT-Karriere:

Kognitionswissenschaft: Computer erkennt 21 Gesichtsausdrücke

Wie erkennen Menschen Emotionen? Ein neues Computermodell soll helfen, das besser zu verstehen. Um es zu entwickeln, untersuchten US-Forscher Gesichtsausdrücke - und ordneten sie 15 neuen Gefühlen zu.

Artikel veröffentlicht am ,
Gesichtsausdrücke für fröhlich, angeekelt und angeekelt-fröhlich (von links): 5.000 Fotos von 230 Probanden
Gesichtsausdrücke für fröhlich, angeekelt und angeekelt-fröhlich (von links): 5.000 Fotos von 230 Probanden (Bild: Ohio State University)

Wie fühlt sich ein Mensch? Welche Stimmung drückt er mit seiner Mimik aus? Aleix Martinez und sein Team haben einem Computer beigebracht, 21 verschiedene Gesichtsausdrücke zu unterscheiden - mehr als dreimal so viele wie bisher. Mit dem Computermodell wollen sie die Funktionsweise des Gehirns besser verstehen.

Stellenmarkt
  1. Dataport, verschiedene Standorte
  2. msg DAVID GmbH, Braunschweig

Die Kognitionswissenschaftler von der Universität des US-Bundesstaates Ohio in Columbus engagierten 230 Probanden - 130 weibliche und 100 männliche - und ließen sie das Gesicht verziehen nach Vorgaben wie "Du hast gerade unerwartet eine gute Nachricht bekommen" oder "Du hast gerade einen schlechten Geruch in der Nase".

5.000 Fotos

Anschließend analysierten die Forscher die Aufnahmen - insgesamt rund 5.000 Stück - und markierten darauf die Veränderungen der Gesichtszüge, etwa ob die Mundwinkel nach oben oder unten gingen oder ob die Probanden ihre Augenbrauen oder Wangen hoben. Daraus deduzierten sie 21 Gesichtsausdrücke für verschiedene Stimmungen.

Kognitionswissenschaftler unterscheiden sechs Grundemotionen: angeekelt, ängstlich, ärgerlich, fröhlich, traurig und überrascht. Die Forscher um Martinez fanden 15 weitere, die sich aus den Grundemotionen zusammensetzen, etwa fröhlich-überrascht oder traurig-ärgerlich. Selbst eine Kombination wie fröhlich-angeekelt ist möglich.

21 Gefühle

"Wir sind über Gesichtsausdrücke für einfache Gefühle wie 'glücklich' oder 'traurig' hinausgegangen", sagt Martinez."Wir fanden eine starke Übereinstimmung dabei, wie die Probanden ihre Gesichtsmuskeln bewegen, um 21 Kategorien von Gefühlen zu zeigen. Das ist erstaunlich. Es zeigt, dass diese 21 Gefühle von praktisch jedem auf gleiche Weise ausgedrückt werden, zumindest in unserer Kultur."

Sie hätten dann ein Computermodell entwickelt, um diese 21 Emotionen zu erkennen, schreiben die Forscher in der US-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences. Mit diesem Computermodell wollen sie Gefühle im Gehirn besser erkennen. Das soll helfen, Erkrankungen wie etwa posttraumatische Belastungsstörungen besser zu diagnostizieren und zu behandeln.

Porträt mit Primärfarben

Dafür sei es wichtig gewesen, die Zahl der Emotionen zu vergrößern, erklärt Martinez: Die Funktionsweise eines menschlichen Gehirns mit nur sechs Kategorien zu entschlüsseln sei, wie ein Porträt nur mit den Primärfarben zu malen. Das Ergebnis könne nur ein abstraktes Bild sein, kein lebensechtes.

"In der Kognitionswissenschaft haben wir diese Grundvorstellung, dass das Gehirn ein Computer ist. Also wollen wir den Algorithmus in unserem Gehirn finden, der es uns ermöglicht, Gefühle in Gesichtsausdrücken zu erkennen", sagt Martinez. Mit lediglich sechs Grundemotionen sei das sehr schwierig gewesen. "Hoffentlich haben wir durch die weiteren Kategorien jetzt eine bessere Möglichkeit, den Algorithmus im Gehirn zu entschlüsseln und zu analysieren."



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 107,00€ (Bestpreis!)
  2. 71,90€ + Versand
  3. 529,00€
  4. ab 369€ + Versand

cognitivepsych 03. Apr 2014

Ich kann den Folgebeiträgen nur beipflichten - nicht nur, dass Ekmas Arbeiten in dem...

benji83 02. Apr 2014

Gerade latente Autisten könnten imho von so einer Technologie in Kombination mit etwas...


Folgen Sie uns
       


Doom Eternal angespielt

Slayer im Kampf gegen die Höllendämonen: Doom Eternal soll noch in diesem Jahr erscheinen.

Doom Eternal angespielt Video aufrufen
Orico Enclosure im Test: Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick
Orico Enclosure im Test
Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick

Wer eine ältere NVMe-SSD über hat, kann diese immer noch als sehr schnellen USB-Stick verwenden: Preiswerte Gehäuse wie das Orico Enclosure nehmen M.2-Kärtchen auf, der Bridge-Chip könnte aber flotter sein.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Server Supermicro mit Chassis für 40 E1.S-SSDs auf 2 HE
  2. Solid State Drive Longsys entwickelt erste SSD nur mit chinesischen Chips
  3. SSDs Samsung 970 Pro mit 2TB und WD Blue 3D mit 4TB

LEDs: Schlimmes Flimmern
LEDs
Schlimmes Flimmern

LED-Licht zu Hause oder im Auto leuchtet nur selten völlig konstant. Je nach Frequenz und Intensität kann das Flimmern der Leuchtmittel problematisch sein, für manche Menschen sogar gesundheitsschädlich.
Von Wolfgang Messer

  1. Wissenschaft Schadet LED-Licht unseren Augen?
  2. Straßenbeleuchtung Detroit kämpft mit LED-Ausfällen und der Hersteller schweigt
  3. ULED Ubiquitis Netzwerkleuchten bieten Wechselstromversorgung

In eigener Sache: Golem.de bietet Seminar zu TLS an
In eigener Sache
Golem.de bietet Seminar zu TLS an

Der Verschlüsselungsexperte und Golem.de-Redakteur Hanno Böck gibt einen Workshop zum wichtigsten Verschlüsselungsprotokoll im Netz. Am 24. und 25. September klärt er Admins, Pentester und IT-Sicherheitsexperten in Berlin über Funktionsweisen und Gefahren von TLS auf.

  1. In eigener Sache ITler und Board kommen zusammen
  2. In eigener Sache Herbsttermin für den Kubernetes-Workshop steht
  3. Golem Akademie Golem.de startet Angebote zur beruflichen Weiterbildung

    •  /