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Ein-Aus-Schalter im Eigenbau

Da der Raspberry Pi bekanntlich nicht über einen Ein- und Ausschalter verfügt, sollen die beiden Platinen um eine weitere mit der entsprechenden Funktion ergänzt werden. Als Schalter soll die Taste fungieren, die zuvor die Schublade des CD-Players bediente - die wird schließlich nicht mehr gebraucht. Für solche Ein-Aus-Schalter gibt es etliche Anleitungen im Netz, die teilweise einen kompletten Microcontroller benötigen. Wir haben hingegen eine Schaltung mit einem einfachen RC-Glied und einem Selbsthalte-Relais konzipiert, das von einem Transistor gesteuert wird. Damit lässt sich der Raspberry Pi zum Hochfahren einschalten.

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Zudem lassen sich mit derselben Schubladentaste mehrere Funktionen aufrufen, die über einen GPIO-Eingang des Raspberry Pi abgefragt werden. Je nach Anzahl der Betätigungen lässt sich der Minicomputer dann herunterfahren oder neu booten. Die Steuerung übernimmt ein kleines Python-Skript. Wir nutzen dabei die Tatsache, dass der USB-Ausgang des Raspberry Pi im Gegensatz zu den 5V-GPIO-Pins nach dem Herunterfahren spannungslos geschaltet wird. Dann entlädt sich der Kondensator des RC-Glieds, und das Selbsthalte-Relais unterbricht wieder die Stromversorgung.

Schaltplan erleichtert Anschluss der Soundkarte

Zunächst war geplant, den Ausgang des Hifiberry auf den AUX-Eingang der Anlage zu legen. Mit Hilfe eines Schlafaugenschalters sollten die beiden Eingänge umgeschaltet werden. Doch zufälligerweise stießen wir im Netz auf einen Schaltplan für die baugleiche Kompaktanlage Grundig 18 C (PDF). Auf diese Weise ließ sich einfach herausfinden, welche Pins des CD-Players mit dem sogenannten Sound Fader Control Circuit (Sofac) verbunden sind. Daher haben wir den Hifiberry-Ausgang direkt über den entsprechenden Pfostenstecker auf der Platine angeschlossen. Um ein Brummen zu vermeiden, haben wir ein abgeschirmtes Netzwerkkabel dafür verwendet.

Um die Cinch-Ausgänge nicht anschließen zu müssen, sind beim Hifiberry auf der Platine bereits Bohrungen für einen Pfostenstecker vorgesehen. Dabei ist zu beachten, dass die Garantie erlischt, wenn an dem Aufsatz herumgelötet wird. Das Löten lässt sich jedoch ohnehin kaum vermeiden, wenn man noch GPIO-Pins nutzen will. Diese sind wegen des Aufsteckaufsatzes nur über die Hifiberry-Platine zugänglich. Dabei ist zu bedenken, dass bestimmte Pins bereits durch den Hifiberry reserviert sind. Die Stromversorgung haben wir ebenfalls über den Hifiberry angeschlossen.

Libreelec mit Kodi als Mediaplayer

Neben dem Aufbau der Hardware stellt sich die Frage, welche Software auf dem Receiver zum Einsatz kommen soll. Zum Streamen von Musik bietet sich beispielsweise Volumio an. In unserem Fall gibt es allerdings das Problem, dass neben der Kompaktanlage mit Euronorm 2 noch ein Samsung-Fernseher mit Euronorm 5 steht. Dieser ist zwar schon smart und vernetzt, schwächelt aber bereits seit einiger Zeit bei der Wiedergabe bestimmter Inhalte. Schon 2017 wurde die Youtube-App von Samsung entfernt. Ebenfalls verfügt er über keine brauchbaren Browser, um Videoangebote im Internet zu nutzen.

  • Ein typischer vernetzter Receiver: Der Onkyo R-N855 hat nur wenige Bedienungselemente auf der Frontseite. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Rückseite des Onkyo R-N855 bietet kaum genügend Platz für die vielen Ein- und Ausgänge. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Denon AVR-X1400H hat deutlich mehr Tasten, die die Bedienung aber kaum erleichtern. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die vielen Logos können täuschen: Die wenigsten Receiver haben einen eigenen Bluetooth-Sender. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Allerdings hat der Denon Eingänge für fünf HDMI-Geräte und sieben Lautsprecherausgänge. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Denon Ceol ist eine eigenständige Kompaktanlage mit CD-Player und Lautsprechern. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Bedienungsmöglichkeiten am Gerät sind auf das Nötigste reduziert. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eigentlich Elektroschrott: eine Kompaktanlage Philips FW 362 von 1999 (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das defekte CD-Laufwerk muss Platz machen für das Display. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Unter dem Gehäuse ist noch genügend Platz für einen Raspberry Pi. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aus dem Gehäuse wird eine Aussparung für das Display herausgeschnitten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit Hilfe eines 7-Zoll-Touchdisplays und dem Mediencenter Kodi lässt sich relativ komfortabel in der Musiksammlung stöbern. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Aussparungen für die Anschlüsse ließen sich leicht aus dem dünnen Plastikgehäuse heraustrennen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Immerhin vier USB-Anschlüsse bringt der Raspberry mit. Vernetzen lässt er sich per LAN und WLAN. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • In dem Gehäuse war reichlich Platz für die erforderlichen Platinen, nachdem der CD-Player entfernt worden war. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Über eine zusätzliche Platine lässt sich der Raspberry ein- und ausschalten. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Audiokabel konnten wir direkt mit einem Pfostenstecker auf der Platine verbinden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit Hilfe eines untergelegten Blechs passen die Platinen genau in die Ecke. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Als Stromversorgung dient ein Netzteil mit 3 Ampère. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Schalter für das Display ermöglicht die Nutzung des HDMI-Ausgangs für einen Fernseher. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Kleine Spielerei: Mit der LED kann der Raspberry bestimmte Funktionen signalisieren. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch über einen Bluetooth-Kopfhörer lässt sich die Musik hören. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Durch Kodi wird auch ein älterer Fernseher wieder smarter. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Steuerung erfolgt dann über die App Kore. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Schaltplan für den Ein-/Ausschalter (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Mit Hilfe eines untergelegten Blechs passen die Platinen genau in die Ecke. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Daher fiel die Wahl auf ein Dual-Boot-System für das freie Mediencenter Kodi und eine Linux-Distribution. Als Kombinationen stehen beispielsweise Berryboot und Openelec oder Noobs und der Openelec-Fork Libreelec zur Verfügung. Allerdings stellte sich heraus, dass Openelec derzeit kein Addon für die Aktivierung der GPIO-Pins unterstützt und seit dem Fork vor drei Jahren generell nicht mehr genügend aktualisiert wird. Berryboot und Libreelec harmonieren zudem nicht immer miteinander. Die Entwickler empfehlen daher, diese Kombination zu vermeiden.

Programm-Addons für WOL und Bluetooth

Wichtig für den Einsatz des Systems sind mehrere Programm-Addons. Für das Aufwecken des NAS gibt es Advanced Wake on Lan, für bestimmte Funktionen des Minicomputers die Raspberry Pi Tools. Praktisch ist zudem das Addon Audio Profiles. Damit lässt sich beim Start eines Musiktitels oder Videos auswählen, über welchen Ausgang die Ausgabe erfolgen soll. In unserem Fall stehen der Hifiberrry, der Bluetooth-Adapter und der HDMI-Ausgang zur Verfügung. Nachdem diese drei Addons eingerichtet sind, steht der Nutzung der Anlage fast nichts mehr im Wege.

Aber nur fast: Zunächst muss das Python-Skript noch in das Autostart-Skript von Libreelec eingebunden werden. In die Config-Datei des Raspberry Pi lassen sich ebenfalls einige Einstellungen eintragen, beispielsweise das Device Tree Overlay für die entsprechende Hifiberry-Version. Da wir den Raspberry nicht über den Micro-USB-Eingang, sondern über die GPIO-Pins mit Strom versorgen, taucht ständig ein kleiner Blitz im Display auf. Dieser warnt normalerweise vor einer Unterspannung des Netzteils, was in unserem Fall jedoch nicht zutrifft. Die Anzeige muss daher mit dem Befehl "avoid_warnings=1" deaktiviert werden. Im normalen Betrieb benötigen unsere Komponenten inklusive des Displays nicht mehr als 1 Ampère, so dass das von uns genutzte Netzteil mit 3 Ampère völlig ausreicht.

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kommentar4711 28. Mär 2019

Sehe ich auch so. Habe beide vor einigen Wochen für ein sehr ähnliches Projekt (https...

kommentar4711 28. Mär 2019

Was übrigens auch geht ist die nicht mehr benötigten Buttons des CD Players am Gehäuse...

kommentar4711 28. Mär 2019

Habe kürzlich etwas ähnliches gemacht, allerdings nicht in eine Kompaktanlage integriert...

Profi 28. Mär 2019

Ich kann die Nostalgie verstehen aber man gibt ja nicht gleich sein Menschsein auf, nur...

kossmann 26. Mär 2019

Hilf mir mal bitte auf die Sprünge. Meine Android-Installation nimmt mit Free-Account...


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