Yamaha als Ausnahme

Doch das reicht nicht aus, um zu einem Kauf zu überzeugen. Noch am geeignetsten für unsere Zwecke erschien eine Minikompaktanlage wie die Denon Ceol N10 (ab 420 Euro). Diese verfügt über ein etwas größeres Display, eigene Lautsprecher und einen CD-Spieler. Selbst eine Sprachsteuerung per Alexa ist möglich. Der Ceol N10 kann ebenso wie der AVR-X1400H über das Heos-System die Musik auf mehrere Räume verteilen. Auch lassen sich verschiedene Musikdienste per App auf die Anlage streamen. Doch fast die gesamte Industrie scheint sich darauf geeinigt zu haben, keine Bluetooth-Kopfhörer mit ihren Receivern zu unterstützen.

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Eine Ausnahme ist Yamaha. Der Receiver RX-A670 (ab 600 Euro) verfügt über alle erdenklichen Funktionen und hat sogar einen integrierten Bluetooth-Audiosender. Der etwas ältere RX-V681 (ab etwa 500 Euro) ist dazu ebenfalls in der Lage. Beim neueren R-N803D, ebenfalls gut vernetzt und mit 700 Euro noch teurer, verzichtet Yamaha wiederum auf diese Funktion. Sämtliche Yamaha- Geräte unterstützen aber auch nur FAT16 und FAT32.

Beim Kauf eines nagelneuen Receivers kommt man sich daher vor wie bei der Anschaffung eines Elektroautos. Man gibt bisweilen viel Geld aus, ohne an die Reichweite des billigsten Benziners heranzukommen.

Eigenständige Netzwerkspieler als Alternative

Die Alternative zu einem kompletten Receiver besteht daher zunächst in einem eigenständigen Netzwerkspieler. Dieser wird an eine bestehende Anlage angeschlossen und kann beispielsweise Musik per Bluetooth-Adapter auf den Verstärker spielen. Andere Netzwerkspieler lassen sich wiederum per DLNA-Standard in das Heimnetz einbinden. Ein günstiges Beispiel dafür ist der Yamaha NP S303 - laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ) mit unter 300 Euro "das Schnäppchen unter den Netzwerkspielern". Immerhin kann er Bluetooth auf Kopfhörer und Lautsprecher wiedergeben und ist auch ansonsten sehr gut vernetzt. Ohne Fernbedienung und App geht aber gar nichts. Das zweizeilige LCD-Display ermöglicht nur eine sehr limitierte Nutzung ohne die Musiccast-App.

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In ihrem Test weist die FAZ darauf hin, dass es neben den fertigen Geräten aus dem Ladenregal noch eine weitere Möglichkeit gibt, seine Stereoanlage zu vernetzen: mit Hilfe des Bastelcomputers Raspberry Pi und einer Aufsteck-Soundkarte wie der des Schweizer Herstellers Hifiberry. Selbst beim Klang soll diese Kombination mit den deutlich teureren Testgeräten mithalten können, sogar mit dem 4.200 Euro teuren Auralic Aries G2.

Autarkes Modell mit Display

Hifiberry bietet für die Kombination eine eigene kleine Box an. Doch wir wollten ein autarkes Modell, das sich auch ohne jede App bedienen lässt. Dazu ist wiederum ein touchfähiges Display erforderlich und damit ein größeres Gehäuse. Aber da es Leute gibt, die sogar ihren VW-Käfer auf Elektroantrieb umrüsten, könnte es sein, dass die alte Philips-Anlage doch noch nicht in den Elektroschrott wandern muss.

  • Ein typischer vernetzter Receiver: Der Onkyo R-N855 hat nur wenige Bedienungselemente auf der Frontseite. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Rückseite des Onkyo R-N855 bietet kaum genügend Platz für die vielen Ein- und Ausgänge. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Denon AVR-X1400H hat deutlich mehr Tasten, die die Bedienung aber kaum erleichtern. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die vielen Logos können täuschen: Die wenigsten Receiver haben einen eigenen Bluetooth-Sender. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Allerdings hat der Denon Eingänge für fünf HDMI-Geräte und sieben Lautsprecherausgänge. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Denon Ceol ist eine eigenständige Kompaktanlage mit CD-Player und Lautsprechern. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Bedienungsmöglichkeiten am Gerät sind auf das Nötigste reduziert. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eigentlich Elektroschrott: eine Kompaktanlage Philips FW 362 von 1999 (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das defekte CD-Laufwerk muss Platz machen für das Display. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Unter dem Gehäuse ist noch genügend Platz für einen Raspberry Pi. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Aus dem Gehäuse wird eine Aussparung für das Display herausgeschnitten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mit Hilfe eines 7-Zoll-Touchdisplays und dem Mediencenter Kodi lässt sich relativ komfortabel in der Musiksammlung stöbern. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Aussparungen für die Anschlüsse ließen sich leicht aus dem dünnen Plastikgehäuse heraustrennen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Immerhin vier USB-Anschlüsse bringt der Raspberry mit. Vernetzen lässt er sich per LAN und WLAN. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • In dem Gehäuse war reichlich Platz für die erforderlichen Platinen, nachdem der CD-Player entfernt worden war. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Über eine zusätzliche Platine lässt sich der Raspberry ein- und ausschalten. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Audiokabel konnten wir direkt mit einem Pfostenstecker auf der Platine verbinden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit Hilfe eines untergelegten Blechs passen die Platinen genau in die Ecke. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Als Stromversorgung dient ein Netzteil mit 3 Ampère. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Schalter für das Display ermöglicht die Nutzung des HDMI-Ausgangs für einen Fernseher. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Kleine Spielerei: Mit der LED kann der Raspberry bestimmte Funktionen signalisieren. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auch über einen Bluetooth-Kopfhörer lässt sich die Musik hören. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Durch Kodi wird auch ein älterer Fernseher wieder smarter. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Steuerung erfolgt dann über die App Kore. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Schaltplan für den Ein-/Ausschalter (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Das defekte CD-Laufwerk muss Platz machen für das Display. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Da der CD-Player ohnehin defekt ist und ganz oben im Gehäuse sitzt, lässt sich dort problemlos Platz für das Display schaffen. Zudem soll die digitale Musiksammlung auf dem NAS ohnehin die CDs überflüssig machen. Unter der Plastikhaube ist noch genügend Raum vorhanden, den Raspberry Pi und den Hifiberry unterzubringen. Wenn man die beiden Platinen richtig in der Ecke positioniert, lassen sich alle Ausgänge nutzen. Das dünne Plastik dürfte es nicht so schwierig machen, die Aussparungen für Display und Anschlüsse herauszusägen. Also spricht eigentlich nichts dagegen, den Umbau zu probieren.

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 Der erste Eindruck trügt leiderEin-Aus-Schalter im Eigenbau 
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kommentar4711 28. Mär 2019

Sehe ich auch so. Habe beide vor einigen Wochen für ein sehr ähnliches Projekt (https...

kommentar4711 28. Mär 2019

Was übrigens auch geht ist die nicht mehr benötigten Buttons des CD Players am Gehäuse...

kommentar4711 28. Mär 2019

Habe kürzlich etwas ähnliches gemacht, allerdings nicht in eine Kompaktanlage integriert...

Profi 28. Mär 2019

Ich kann die Nostalgie verstehen aber man gibt ja nicht gleich sein Menschsein auf, nur...

kossmann 26. Mär 2019

Hilf mir mal bitte auf die Sprünge. Meine Android-Installation nimmt mit Free-Account...



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