Kodak IM5 im Hands on: Das Smartphone, das Kamera sein soll
Der britische Hersteller Bullit – Produzent der Caterpillar-Smartphones – hat auf der CES 2015 das Android-Smartphone Kodak IM5 vorgestellt. Mit dem mittlerweile aufgelösten Traditionshersteller von Kameras, Filmen und Filmchemie Kodak hat das Projekt bis auf den Namen allerdings nichts gemein: Bullit verwendet den Namen als Lizenznehmer.

Und das nicht ohne Grund: Das 5-Zoll-Smartphone mit 720p-Auflösung wird explizit als Smartphone für Fotobegeisterte angepriesen, die zudem keine komplizierte Oberfläche wünschen. Den zweiten Punkt erfüllt das IM5 gut: Der Startbildschirm besteht aus einer einzelnen, nicht bearbeitbaren Seite, auf der Anwendungen wie der Browser, das E-Mail-Programm und die Kamera-App abgelegt sind.
Die restlichen Anwendungen sind über einen Menüknopf oben rechts abrufbar. Über einen eigenen Appstore findet der Nutzer vom Hersteller vorgewählte Anwendungen, dies unterstreicht den Anspruch an ein einfach zu bedienendes Smartphone. Googles Play Store ist allerdings ebenfalls installiert.
Ein außergewöhnliches Kamera-Smartphone ist das IM5 zumindest von der Qualität her aber nicht. Die Hauptkamera hat 13 Megapixel, die Frontkamera 5 Megapixel – das gibt es schon lange bei zahlreichen anderen Herstellern. Die Bildqualität konnten wir in unserem Kurztest noch nicht final bewerten, auf den ersten Blick sehen die Bilder durchschnittlich gut aus – aber auch nicht besser.
Bei der Software hat Bullit einige Fotoextras installiert, die es in der Form oder ähnlich aber auch bei anderen Smartphones gibt. So werden etwa Fotos direkt nach der Aufnahme auf einem Server gespeichert, dessen Adresse man Freunden mitteilen kann – Ähnliches ist mit Google+ oder Cloud-Diensten wie Dropbox ebenfalls möglich.
Eine nette Funktion ist der Sperrbildschirm, der immer eine Auswahl der zuletzt aufgenommenen Fotos zeigt. Praktisch ist auch die Möglichkeit, direkt vom Sperrbildschirm auf die Galerie zuzugreifen – so können Fotos gezeigt werden, ohne dass das Smartphone entsperrt wird. Mit dem IM5 ist es außerdem auch möglich, Bilder mit einem Knopfdruck auf zahlreichen Netzwerkdruckern auszudrucken.
Technisch nur Mittelmaß
Die verwendete Technik im IM5 ist nicht nur von den Kameras her Mittelmaß: Im Inneren arbeitet ein Acht-Kern-Prozessor von Mediatek mit einer Taktrate von 1,7 GHz, der Arbeitsspeicher ist 1 GByte groß. Der eingebaute Flash-Speicher ist mit 8 GByte nicht nur für ein Kamera-Smartphone etwas klein geraten. Nutzer können eine Micro-SD-Karte mit dem Smartphone verwenden, die allerdings laut Bullit nicht größer als 32 GByte sein darf.
Die Prozessor- und Arbeitsspeicherausstattung schafft es jedoch, Apps ohne nennenswerte Verzögerung zu starten. Ausgeliefert wird das Smartphone mit Android in der Version 4.4.2, ein Update auf Lollipop soll bald folgen – wann genau, konnte der Hersteller nicht sagen.
Interessanterweise finden wir eine Funktion des IM5 deutlich interessanter als die eigentlichen Kamerafunktionen: Über einen Remote-Zugang kann das Smartphone über eine spezielle Internetseite aus der Ferne gesteuert werden. Das ist sowohl für Eltern hilfreich, die die Nutzungsgewohnheiten ihrer Kinder verfolgen und kontrollieren wollen, als auch für Kinder, die im Notfall ihren Eltern bei Problemen helfen können.
Ein weiterer interessanter Punkt ist das Gewicht des Smartphones: Der Hersteller konnte uns keine Zahl nennen, das IM5 ist aber deutlich leichter als vergleichbar große Smartphones anderer Hersteller. Dafür muss der Nutzer mit einem Gehäuse aus Kunststoff leben, das allerdings gut verarbeitet ist.
Fazit
Das Kodak IM5 soll ein Kamera-Smartphone sein, ist es aber im Grunde nicht mehr als andere Mittelklasse-Smartphones. Um die durchaus praktischen, fotografiebezogenen Kamerafunktionen besser zur Geltung kommen zu lassen, hätte Bullit dem Smartphone zumindest eine bessere rückseitige Kamera spendieren müssen.
Die einfache Benutzeroberfläche eignet sich durchaus für unerfahrene Nutzer, wer aber häufiger mit Android zu tun hat, wird hier möglicherweise auf den ersten Blick einiges vermissen – obgleich im App-Menü alle gewohnten Anwendungen installiert sind. Gut gefällt uns die Möglichkeit des Fernzugriffs auf das Smartphone.
Das Kodak IM5 soll noch im ersten Quartal 2015 auch in Deutschland auf den Markt kommen. Einen Euro-Preis konnte uns der Hersteller noch nicht nennen, in den USA soll das Smartphone 250 US-Dollar kosten. Dementsprechend ist für Deutschland ein Preis zwischen 200 und 250 Euro denkbar.



