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Knotenpunkt Frankfurt: Stromausfall legte den Bahnfunk GSM-R und Bahn lahm

Die Deutsche Bahn hat bei einem Stromausfall auf Notversorgung umschalten können. Doch das Zurückschalten hat nicht geklappt und der Bahnverkehr durch Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet ist zusammengebrochen.
/ Achim Sawall
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Der Zugfunk GSM-R (Bild: Deutsche Bahn)
Der Zugfunk GSM-R Bild: Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn hat die Ursache für den Ausfall des Bahnfunks GSM-R genannt, der den Fernverkehr am Knotenpunkt Frankfurt am Main lahmlegte. Eine Deutsche Bahn-Sprecherin hat Golem.de auf Anfrage mitgeteilt: "Am vergangenen Samstag kam es aufgrund einer technischen Störung im eisenbahneigenen Funksystem GSM-R zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr. Betroffen war vor allem die Mitte Deutschlands. Ursache war ein Stromausfall beim örtlichen Energieversorger."

Durch Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet verkehren täglich rund 1.200 Nah- und Fernverkehrszügen im Regelbetrieb. Alle Zugfahrten durch die Mitte Deutschlands waren damit nicht mehr möglich, hatte die Bahn am 7. September 2024 eingeräumt. Bis zum Betriebsschluss am Samstag kam es noch zu Einschränkungen im Fern- und Nahverkehr.

"Die Notstromversorgung der DB hat funktioniert. Beim Rückschalten des Notstroms zum Netzstrom ist ein technischer Fehler aufgetreten. Die Techniker konnten den Fehler nach zwei Stunden beheben" , sagte die Sprecherin.

Bahn: Haben aus dem Ausfall gelernt

Ohne das digitale Zugfunk-Kommunikationsnetz GSM-R (Global System for Mobile Communication for Railways) mit seinen speziellen Diensten dürfen die Züge nicht fahren. eMLPP (Enhanced Multilevel Precedence and Preemption Service) stellt im GSM-R Mobilfunknetz sicher, dass vorrangige Verbindungen in Notfällen und bei bestimmten Anwendern aufgebaut werden. Durch Preemption können, "wenn in der Zelle kein freier Kanal verfügbar ist, einige Verbindungen durch höherpriore beendet werden" , erklärte die Bahn(öffnet im neuen Fenster) . Weitere wichtige Features sind Sammelruf und Gruppenruf. Der Bahnnotruf erlaubt es, Bahnpersonal in einem Bereich im Notfall mit höchstpriorem Verbindungsaufbau über eine spezielle Taste zu alarmieren.

Der Nachfolger von GSM-R ist der Zugfunkstandard FRMCS (Future Railway Mobile Communication Solution). In Deutschland wird GSM-R nach aktueller Planung aber erst im Jahr 2035 abgeschaltet.

Die Bahn habe aus dem Ausfall gelernt, so die Sprecherin und passe nun ihre Diagnosesysteme an. Anfragen zum redundanten Betrieb von GSM-R, der solche Ausfälle verhindern soll, wurden nicht beantwortet.


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