Knockoff beseitigt dubiose Marken: Diese Browser-Erweiterung macht Amazon wieder besser nutzbar
Die Browser-Erweiterung Knockoff räumt bei Amazon auf: Wer beim Onlinemarktplatz einkauft, wird möglicherweise schon auf dubiose Anbieter hereingefallen sein, die Produkte verkaufen, die schnell kaputtgehen. Diese Händler ignorieren in Deutschland geltende Gesetze und Amazon lässt sie nach unserer Beobachtung gewähren, ohne dass dies Konsequenzen hätte.
Dieses Problem will die neue Browser-Erweiterung für Chrome und Firefox lösen, die sich Knockoff(öffnet im neuen Fenster) nennt. Golem hat Knockoff ausprobiert. Wir waren entsetzt, wie hoch der Anteil an offenbar dubiosen Unternehmen bei Amazon ist. In der Stichprobe entfielen etwa 70 bis 80 Prozent der Suchergebnisse auf solche Marken. Knockoff ist standardmäßig so eingestellt, dass alle fragwürdigen Marken ausgegraut werden. In den Amazon-Suchergebnissen finden sich also sehr viele ausgegraute Bereiche.
Es ist also wenig überraschend, wenn Kunden diesen Anbietern ins Netz gehen, wie es auch Golem passiert ist. Im privaten Umfeld geschah das erneut mit einer Smartphone-Hülle, die nach weniger als vier Monaten Nutzung trotz sorgsamen Umgangs bereits kaputtging.
Amazon-Kunden können nun dubiose Marken leichter meiden
Auch eine Austauschhülle war nach vier Monaten an der gleichen Stelle wie die erste Hülle defekt. Allerdings bietet Amazon acht Monate nach dem Kauf keine Möglichkeit mehr, den Anbieter zu kontaktieren und eine Ersatzlieferung zu veranlassen. Dabei sind Händler nach deutschem Recht dazu verpflichtet, defekte Produkte zu reparieren oder auszutauschen, wenn sie zwei Jahre ab Kaufdatum defekt sind.
Abgesehen von dubiosen Marken kann Knockoff alle bezahlten Suchergebnisse ausblenden, was standardmäßig zwar nicht aktiv ist. Aber da vor allem diese Marken stark auf bezahlte Suchergebnisse setzen, werden viele Sponsored-Einträge bereits in der Standardkonfiguration ausgeblendet.
Bei Bedarf lässt sich in Knockoff einstellen, dass die Filterung noch mehr oder aber weniger Treffer herausfiltert. Dabei wird eine Liste von Marken berücksichtigt, die bereits negativ aufgefallen sind. Die Liste der blockierten Marken soll von den Knockoff-Nutzern bestimmt werden können. Zudem lassen sich bei Bedarf Marken von der Ausblendung ausschließen und nicht berücksichtigte Marken lassen sich entfernen.
Knockoff gibt es für Chrome sowie Firefox und die Erweiterung läuft lokal auf dem jeweiligen Gerät. Eine Kontoanmeldung ist nicht erforderlich. Nach Angaben des Entwicklers werden auch keine Daten zurückgesendet. In einem Interview mit 404 Media(öffnet im neuen Fenster) sagte der Entwickler Josh Pigford: "Jemand hat mir einen Screenshot geschickt, auf dem die ersten 20 Artikel oder so alle ausgegraut waren. Es war, als gebe es all diese Nachahmermarken, bevor man überhaupt einen legitimen Artikel finden konnte", fasst er das Problem beim Einkauf auf Amazon zusammen.
Der Golem-Blick
Es ist ein Armutszeugnis für Amazon, dass eine Browser-Erweiterung nötig ist, um das Onlinekaufhaus überhaupt erst wieder einigermaßen sinnvoll nutzen zu können. Quasi bei jeder Suchanfrage überwiegen in den Ergebnissen fragwürdige Marken, bei denen Kunden mit Ärger rechnen müssen, weil diese wohl deutsche Gesetze missachten und die gesetzlich zugesicherten Gewährleistungsrechte nicht erfüllen werden, wie etwa das genannte Beispiele exemplarisch zeigt.