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Knappheit bis 2027: Samsung und SK Hynix mit Rekordzahlen dank Speicherkrise

Vor 2027 erwarten die beiden großen RAM -Hersteller keine Entspannung. Das Nachsehen haben Privatkunden – was Samsung offen sagt.
/ Johannes Hiltscher
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Speichermodule von Samsung (Bild: Samsung)
Speichermodule von Samsung Bild: Samsung

Samsung und SK Hynix, die beiden größten Hersteller von dynamischem RAM (DRAM) haben ihre Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vorgestellt. Diese dürften, wie auch der Ausblick auf das laufende Jahr, Aktionäre freuen – im Gegensatz zu Privatkunden. Zumindest Samsung sagt offen, dass bevorzugt der Server-Markt beliefert werde, wie Nikkei Asia berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Hierzu zählen nicht nur klassische RAM-Riegel, sondern auch High Bandwidth Memory (HBM), der hauptsächlich für KI-Beschleuniger verwendet wird.

Hier werden besonders viele Speicher-Dies benötigt, aufgrund höherer Margen ist der Stapelspeicher für die Hersteller zudem besonders attraktiv. Klassische Consumer-Produkte wie Smartphones oder PCs haben das Nachsehen, was hier die Preise wohl weiter in die Höhe treiben wird. Einige Hersteller scheinen sich bereits um ihre Zukunft zu sorgen – Zotac hatte zeitweise auf seiner koreanischen Vertriebsseite eine Nachricht an Kunden veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , die Sorgen vor einem möglichen Aus des Herstellers äußerte.

Ob SK Hynix ebenfalls den Server-Markt priorisiert, ist unklar. Der Hersteller verzeichnete zuletzt eine deutliche Steigerung des Umsatzanteils des PC-Markts – auch wenn der nur rund 10 Prozent ausmacht.

Steigerung der Investitionen – aber um wie viel?

Samsung erwartet ein Andauern der Speicherknappheit bis 2027, so Kim Jae-june, der das Speichergeschäft des Konzerns leitet. SK Hynix kam bereits im Dezember 2025 zum gleichen Schluss . Es fehle, so Kim, schlicht an Reinraumfläche, um die Produktion in größerem Umfang steigern zu können. Zwar deutet Kim auch an, dass Samsung in bereits fertigen Werken noch freie Flächen habe. Die Ausrüstung erfolgt hier jedoch meist schrittweise, da Maschinen der größte Kostenfaktor sind.

Angesichts einer, wie SK Hynix es nannte, "explosiven" Steigerung der Nachfrage reichen diese Reserven allerdings nicht, und Neubauten brauchen Zeit. Samsung und SK Hynix bauen aktuell neue Werke und wollen 2026 ihre Investitionen deutlich steigern. Konkrete Zahlen wurden allerdings nicht genannt. Gleichzeitig wollen beide Hersteller den Aufbau von Überkapazitäten vermeiden. Daneben lässt sich das Angebot noch durch Steigerung der Auslastung und Verbesserung der Ausbeute (Yield) steigern, doch auch diese Möglichkeiten sind begrenzt.

Explosive Nachfrage gleich explosiver Umsatz

Rein auf Zahlen betrachtet sahen Samsung ( Präsentation, PDF(öffnet im neuen Fenster) ) und SK Hynix ( Präsentation, PDF(öffnet im neuen Fenster) ) eine recht ähnliche Entwicklung: Beide legten beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich um 62 und 66 Prozent zu. Samsungs Speichersparte verbuchte 37,1 Billionen koreanische Won (21,6 Milliarden Euro), bei SK Hynix waren es 32,8 Billionen Won (19,1 Milliarden Euro).

Beim operativen Gewinn steht SK Hynix mit 19,2 Billionen Won (11,2 Milliarden Euro) deutlich besser dar als Samsungs Bereich Device Solutions, zu der die Speichersparte zählt. Der kam im vierten Quartal 2025 auf 16,4 Billionen Won (9,5 Milliarden Euro). SK Hynix sah hier mit einem Plus von 137 Prozent einen starken Ansprung im Jahresvergleich. Mit einem Teil des Geldes will der Speicherhersteller Aktien zurückkaufen. Bei Samsung stieg der operative Gewinn um 13,5 Prozent im Jahresvergleich.


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