Klimaziel 2045: Mit Tricks und Technik zur Treibhausgasneutralität

In einem aktuellen Bericht legt das Umweltbundesamt(öffnet im neuen Fenster) dar, dass die Treibhausgasneutralität bis 2045 weiterhin realistisch ist. Entscheidend dafür sei das Erreichen der festgelegten Zwischenziele, weil nur dadurch Planungssicherheit für die Wirtschaft bestehe.
Wenig hilfreich dürften somit Eingriffe in bereits beschlossenes Vorgehen sein. Die gab es zuletzt in Form neuer Vorschläge zum Erhalt des Verbrennungsmotors im Straßenverkehr oder durch die Verschiebung(öffnet im neuen Fenster) der Einführung des CO 2 -Handelssystems auch bei Benzin oder Erdgas.
Dass die EU zudem erlaubt, einen Teil der Einsparungen bei Emissionen in Nicht-EU-Länder zu verlagern, lässt ebenfalls Konsequenz vermissen. Dabei erreichen solche Auslandszertifikate laut Benedict Probst vom Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb(öffnet im neuen Fenster) fast nie die versprochenen Ziele.
Investitionen, die sich auszahlen
Noch entscheidender: Das Geld wird nicht vor Ort investiert, um die entscheidenden Technologien zu fördern, die in den nächsten Jahrzehnten gebraucht werden. Ähnlich formuliert es das Umweltbundesamt.
Zwar seien die Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien, in eine neue Wärmeversorgung oder die Wasserstoffindustrie und eine umfassende Elektrifizierung sehr hoch. Der Gewinn durch die Energieunabhängigkeit, die gleichzeitige Versorgungssicherheit und der wirtschaftliche Nutzen der neuen Technologien, die derzeit eher nicht aus Europa kommen, sei aber ungleich höher.
Kein simples Einsparen von Emissionen mehr
Ohne eine konsequente Entnahme von CO 2 aus der Atmosphäre wird die Treibhausgasneutralität jedoch keinesfalls erreichbar sein. Solche Kohlendioxidsenken müssen laut Untersuchung des Umweltbundesamtes massiv ausgebaut werden.
Dabei geht es vor allem um den Schutz und die Ausweitung von Wäldern und Mooren. Die Bodenbewirtschaftung müsse schonender werden und auf zusätzliche technische Lösungen werde man ebenfalls zurückgreifen müssen. Dann könnten die Restemissionen im Jahr 2045 in Höhe von angestrebten 50 Millionen Tonnen kompensiert werden.
Verfehlen der Klimaziele nicht zulassen
Hierzu gibt es das von der Ludwig-Maximilians-Universität München(öffnet im neuen Fenster) koordinierte Projekt CDRterra(öffnet im neuen Fenster) . In den Berechnungen der Forschungsteams aus zehn verschiedenen Einrichtungen wird sogar von zwei- bis dreimal mehr Restemissionen als beim Umweltbundesamt ausgegangen.
Mit einem Aus- und Umbau der Aufforstung und der Forstwirtschaft sowie einer deutlichen Stärkung der CO 2 -Speicherung in Böden soll die viel stärkere Entnahme von Kohlenstoffdioxid dennoch gelingen können. Dafür müssten unter anderem Gesetze geändert werden, die derzeit noch die Umwandlung von Grün- und Waldfläche verbieten. Auch Methoden wie der Zwischenfruchtanbau müssten durch Förderung gestärkt werden.
Gleichzeitig erforscht das Projekt technische Lösungen. Künstliche Photosynthese, bei der Kohlenstoffflocken aus CO 2 erzeugt werden, oder Baustoffe aus Pflanzen- und Kohlenstofffasern gelten als vielversprechend.
Einig ist man sich beim Zeitplan. Die Grundlagen müssten bis 2030 geschaffen sein.



