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Klimawandel: US-Start-up Make Sunsets will Solar Geoengineering testen

Das Start-up Make Sunsets will Schwefelpartikel in der Atmosphäre verteilen und so den Klimawandel verlangsamen. Forscher warnen vor solchen Experimenten.
/ Werner Pluta
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Bild der Erde vom Nasa-Satelliten Terra (Symbolbild): Eine Umsetzung jetzt ist eine schlechte Idee. (Bild: Nasa)
Bild der Erde vom Nasa-Satelliten Terra (Symbolbild): Eine Umsetzung jetzt ist eine schlechte Idee. Bild: Nasa

Was tun gegen den Klimawandel? Make Sunsets will den Effekt der globalen Erwärmung durch Solar Geoengineering verringern. Dafür hat das US-Start-up Geld eingesammelt, wissenschaftlich ist das umstritten.

Make Sunsets(öffnet im neuen Fenster) will Schwefelpartikel in einer höheren Schicht der Atmosphäre ausbringen. Diese sollen einen Teil des Sonnenlichts reflektieren. So käme weniger Sonnenwärme auf der Erde an, die sich dann weniger aufheizen würde.

Für dieses Vorhaben habe Make Sunsets eine halbe Million US-Dollar an Risikokapital eingesammelt, berichtete der US-Fernsehsender CNBC(öffnet im neuen Fenster) . Das dürfte nicht allzu schwer gefallen sein: Der Gründer und Chef Luke Iseman war zuvor in leitender Funktion bei Y Combinator tätig, einem bekannten und erfolgreichen Start-up-Inkubator.

Make Sunsets will bald anfangen

"Wir stellen reflektierende, biologisch abbaubare Wolken in großer Höhe her, die den Planeten kühlen. Durch die Nachahmung natürlicher Prozesse werden unsere 'reflektierenden Wolken' eine katastrophale globale Erwärmung verhindern" , erklärt Make Sunsets auf seiner Website(öffnet im neuen Fenster) . Noch in diesem Monat will das Start-up drei Wetterballons aufsteigen lassen(öffnet im neuen Fenster) , die zwischen 10 und 500 Gramm Schwefeldioxid freisetzen sollen.

Vorbild für Solar Geoengineering ist der Ausbruch des Vulkans Pinatubo im Jahr 1991(öffnet im neuen Fenster) . Damals wurden nach Angaben der US-Behörde United States Geological Survey (USGS)(öffnet im neuen Fenster) fast 20 Millionen Tonnen Schwefeldioxid in die Stratosphäre geschleudert. Daraufhin sanken die Temperaturen weltweit vorübergehend um etwa ein halbes Grad Celsius.

Die Idee des Solar Geoengineering ist, diesen Effekt künstlich zu erzeugen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Er soll wie beim Pinatubo nicht dauerhaft sein, die Partikel verschwinden wieder aus der Atmosphäre. Das kann jedoch auch ein Problem werden: Das Schwefeldioxid würde als saurer Regen auf der Erde niedergehen. In der Atmosphäre könnte das die Ozonschicht schädigen.

Es ist zu früh für solche Experimente

Wissenschaftlich ist das Verfahren sehr umstritten. Der derzeitige Stand der Forschung sei nicht gut genug, "um Geoengineering entweder abzulehnen oder zu akzeptieren, geschweige denn zu implementieren" , sagte Janos Pasztor, Leiter der Carnegie Climate Governance Initiative, dem US-Wissenschaftsmagazin Technology Review(öffnet im neuen Fenster) . "Die Umsetzung in diesem Stadium ist eine sehr schlechte Idee." Die Carnegie Climate Governance Initiative(öffnet im neuen Fenster) setzt sich für eine Überwachung von Geoengineering und anderen, das Klima beeinflussenden Technologien ein.

In Schweden wollte die staatliche Swedish Space Corporation 2021 das Verhalten von Kalkpartikeln in der Atmosphäre untersuchen . Nach Protesten wurde der Feldversuch abgesagt.


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