Klimawandel: Trump will doch nicht das Internet löschen

Löschen oder nicht? Nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump streitet sich die neue US-Regierung offenbar mit Regierungsbehörden über den Umgang mit wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel. Die angebliche Löschung der entsprechenden Dokumentationen auf den Internetseiten der US-Umweltbehörde EPA(öffnet im neuen Fenster) ist aber offenbar vom Tisch. Es gehe lediglich darum, die "redaktionellen" Teile auf der Website zu überarbeiten, sagte der Sprecher des "Brückenkopfteams" , Doug Ericksen, der Tageszeitung The Hill(öffnet im neuen Fenster) .
Laut Ericksen, der für die Republikaner im Senat des US-Bundesstaats Washington sitzt, soll die Website jedoch ein wenig "geschrubbt" und "aufgefrischt" werden. Bislang sind die Klimadaten auf der Seite der EPA immer noch abrufbar. Inzwischen wurde von Freiwilligen die Website www.climatemirror.org(öffnet im neuen Fenster) angelegt, auf der Klimadaten der US-Bundesbehörden für die Öffentlichkeit gesichert werden sollen. Zwei anonyme Mitarbeiter der EPA hatten zuvor der Nachrichtenagentur Reuters gesagt(öffnet im neuen Fenster) , dass die Seiten zum Klimawandel vom Netz genommen werden sollten. Damit werde eine "jahrelange Arbeit verschwinden" , sagten die Mitarbeiter demnach.
Konktakte zu Medien untersagt
Trump hatte vor mehr als vier Jahren getwittert(öffnet im neuen Fenster) : "Das Konzept des Klimawandels wurde von den und für die Chinesen geschaffen, um die US-Hersteller aus dem Wettbewerb zu verdrängen." In seinem unmittelbar nach Amtsantritt veröffentlichten Amerika-zuerst-Energieplan(öffnet im neuen Fenster) beklagte er, dass "beschwerliche Regulierungen" die Energieindustrie zu lange eingeschränkt hätten. Trump will daher "schädliche" und "unnötige" Vorgaben wie den "Klimaaktionsplan" und Wasserschutzvorschriften seines Vorgängers Barack Obama aufheben. Die neue US-Regierung will die eigenen Energievorräte im geschätzten Wert von 50 Billionen US-Dollar möglichst intensiv nutzen, um mit den Einnahmen die marode Infrastruktur des Landes zu erneuern.
Um kritische Stimmen gegen diese Pläne zu unterdrücken, soll den entsprechenden US-Bundesbehörden, darunter den Nationalparkdiensten, vorerst jegliche Kommunikation mit der Öffentlichkeit untersagt worden sein. Darunter entwickelte sich ein bizarrer Streit über die Nutzung offizieller Twitter-Accounts, der zur Einrichtung "alternativer" Accounts führte. Unter dem Account AltNatParkSer(öffnet im neuen Fenster) twittern seitdem Nationalpark-Ranger kritisch über die neue US-Regierung: "Wir können es gar nicht erwarten, dass Präsident Trump uns als FAKE NEWS bezeichnet. Du kannst uns unseren offiziellen Twitter-Account nehmen, aber niemals unsere freie Zeit!" Schon nach wenigen Tagen hat der Account fast eine Million Follower, während der offizielle Twitter-Feed(öffnet im neuen Fenster) der US-Nationalparks nur 380.000 Follower zählt.



