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Klimawandel: Temperaturen von bis zu 50 Grad in Europa möglich

Eine Risikoabschätzung zeigt, dass auch in Europa Extremtemperaturen wie 2021 in Kanada möglich sind. Es handelt sich jedoch nicht um eine Wettervorhersage.
/ Patrick Klapetz
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Eine Collage, mit der zukünftige Hitzewellen in Europa symbolisiert werden (Bild: Pixabay, golem.de)
Eine Collage, mit der zukünftige Hitzewellen in Europa symbolisiert werden Bild: Pixabay, golem.de

Die Berechnungen eines internationalen Forschungsteams(öffnet im neuen Fenster) zeigen, dass es in Europa zu Extremtemperaturen kommen kann. Bereits 2021 traf es am anderen Ende der Welt die kanadische Stadt Lytton in British Colombia. Dort herrschten Temperaturen von 49,6 °C. Das letzte Mal, dass es in Kanada so heiß wurde, war in den 1930er-Jahren. Doch damals lag der Wert bei 45 °C und damit um fünf Grad niedriger.

Der Klimawandel befeuere solche Werte, auch wenn solche Extremwerte auf Dauer eher unwahrscheinlich seien, sagte der Wetterexperte Sebastian Sippel vom Institut für Meteorologie der Universität Leipzig, laut einer Pressemitteilung zu Studie(öffnet im neuen Fenster) .

Bereits 2021 konnte das Forschungsteam zeigen(öffnet im neuen Fenster) , dass solche Rekorde dann auftreten, wenn eine Kombination verschiedener physikalischer Ursachen die Hitzewellen begünstigen und verstärken. Trockene Böden verstärkten beispielsweise die Hitze. Dazu kommt der fortschreitende Klimawandel.

Temperaturen von 50 °C auch in Europa möglich

In der aktuellen Studie wollte das Team wissen, ob auch in Europa Temperaturen wie in Kanada aus physikalischer Sicht möglich wären. Die kurze Antwort ist: ja. Dafür spielte das Team Klimamodellsimulationen durch und hielt diese einige Wochen vor dem Auftreten von Hitzewellen an. Anschließend simulierten sie die Modellläufe nach, um die extremen Ereignisse besser zu verstehen.

Damit konnten die Forscher zeigen, dass das Worst-Case-Szenario, also die tatsächlichen fast 50 °C in Kanada hätten vorhergesagt werden können. Die neue Simulationstechnik sei aber keine Wettervorhersage, betont Sippel. Es handle sich um eine Risikoabschätzung, die dabei helfen kann, sich auf Extremtemperaturen vorzubereiten.

Zur Studie

Die Studie wurde am 22. August 2023 im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht und heißt Storylines for unprecedented heatwaves based on ensemble boosting(öffnet im neuen Fenster) .


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