Klimawandel: Risiko für Stromausfälle steigt mit verändertem Wetter stark
Eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT)(öffnet im neuen Fenster) in Cambridge, USA, sagt eine Verfünffachung der möglichen Unterversorgung in einem erneuerbaren Energiesystem voraus, das auf historischen Klimadaten basiert. Dieses Risiko, das im schlimmsten Fall zu einem Blackout führt, lässt sich durch die Hinzunahme von Klimavorhersagen bis 2050 deutlich minimieren.
Diese Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Energieversorgung wäre laut den Simulationen mit keinen beziehungsweise minimalen Kosten verbunden. So wird zum Beispiel auf kostspielige Projekte wie Küstenschutzvorhaben verzichtet.
Simuliert hat das Forschungsteam die Energiesysteme von New England und Texas, jeweils USA, um zwei Gebiete mit stark voneinander abweichenden Bedingungen zu untersuchen.
Gesamte Entwicklung muss abgebildet werden
In der Studie, die in Nature Energy(öffnet im neuen Fenster) erschienen ist, wurden laut den Autoren – anders als in früheren Arbeiten – vor allem gemeinsame, gleichzeitige Einflüsse auf die unterschiedlichen Komponenten des Energiesystems betrachtet. Dabei zeigte sich, dass eine Konzentration von Anlagen oder falsch geplante Übertragungsleitungen das größte Risiko darstellen.
Hinzu kommt laut Studie, dass wetterbedingte Herausforderungen für das Energiesystem auch den Energieverbrauch selbst beeinflussen. Bestes Beispiel sind extreme Hitzewellen mit wenig Strom aus Wind, Belastungen für das Übertragungsnetz und hohem Strombedarf durch Klimatisierung.
Mit aktuellen Klimamodellen für die nächsten 25 Jahre konnte die Forschungsgruppe das Energiesystem von New England durch das Hinzufügen von Solarparks in der Nähe von Städten stabilisieren. In Texas gelang dies durch die Umverteilung zukünftig geplanter Windparks, so dass nahezu keine Zusatzkosten entstünden.
Der Berechnungsaufwand in der Studie war laut dem verantwortlichen Autor Michael F. Howland allerdings so hoch, dass sich eine Übertragung auf verschiedene Regionen oder für die Betrachtung einzelner Projekte derzeit nicht lohnt. Es zeigt sich aber, dass eine simple Kapazitätserhöhung nicht ausreicht, sondern eine ausgewogene Planung unter Berücksichtigung der als sicher geltenden Klimaveränderungen der nächsten 25 Jahre von entscheidender Bedeutung ist.
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