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Klimawandel: Mehraufnahme von Kohlendioxid durch Pflanzen am Limit

Ist mehr CO2 verfügbar, nehmen Pflanzen auch mehr davon auf. Doch seit den 1980er Jahren nimmt der Effekt ab, wie eine Studie zeigt. Das hat Auswirkungen auf den Kampf gegen die Klimakrise.
/ Moritz Tremmel und dpa
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Trotz eines höheren Angebots an CO2 in der Atmosphäre nehmen Pflanzen es nicht auf. (Bild: Pexels/Pixabay)
Trotz eines höheren Angebots an CO2 in der Atmosphäre nehmen Pflanzen es nicht auf. Bild: Pexels/Pixabay

Pflanzen nehmen mit zunehmenden Kohlendioxidgehalt der Luft auch mehr von dem Treibhausgas auf. Kohlendioxid (CO2) hat quasi einen düngenden Effekt auf die Pflanzen, doch dieser werde kleiner, berichtet die Universität Augsburg. In den vergangenen vier Jahrzehnten habe ein internationales Team einen Rückgang um etwa 30 Prozent dieses Düngeeffekts beobachtet.

Bei der Photosynthese verwandeln die Pflanzen CO2 aus der Luft mithilfe von Sonnenlicht in energiereiche Biomoleküle. Sie binden also einen Teil der menschengemachten CO2-Emissionen. Die Photosynthese wird verstärkt, wenn mehr CO2 in der Luft ist. Durch diesen Düngeeffekt kann der Klimawandel gebremst werden.

Doch nach Satellitenbeobachtungen der Forscher nimmt dieser Verstärkungseffekt seit den 1980er Jahren weltweit ab. Die Gründe seien schwer zu erfassen, heißt es in der Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster).

Auswirkungen auf Klimaziele

"Pflanzen brauchen ein ausgewogenes Verhältnis von CO2, Wasser und anderen wichtigen Nährstoffen, um zu wachsen,"erklärte Daniel Goll von der Universität Augsburg in der Mitteilung der Hochschule. Die CO2-Konzentration nehme zwar zu, nicht aber die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen. Vermutlich könnten die Pflanzen die hohe Konzentration des Gases deshalb nicht für sich nutzen.

Das könne auch Folgen für die Wirkung einiger Klimaschutzstrategien wie das Aufforsten von Wäldern haben, erklärt einer der Leitautoren der Studie, Yongguang Zhang von der Universität Nanjing in China.

Die Gesellschaft müsse somit noch mehr auf andere Strategien setzen, um die Emissionen der Treibhausgase zu reduzieren, fordern die Wissenschaftler aus Augsburg. Die Studie wurde im Fachjournal Science veröffentlicht.

Für Wolfgang Buermann, Lehrstuhlinhaber für Physische Geographie mit Schwerpunkt Klimaforschung, ergibt sich aus der Studie, an der er selbst nicht beteiligt war, noch eine weitere Konsequenz: "Diese wichtigen neuen Ergebnisse müssen auch in der Abschätzung des verbleibenden Budgets der Kohlenstoffemmissionen, das eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1.5° beziehungsweise 2.0° C ermöglicht, berücksichtigt werden."


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