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Klimawandel: Daimler-Manager plädiert für deutlich höhere Benzinpreise

Der Spritpreis solle jedes Jahr um 10 Cent steigen, schlägt der Ex-Chef von Daimler Trucks vor. Die Norweger sind für ihn "die größten Heuchler."
/ Friedhelm Greis
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Der frühere Chef von Daimler Trucks, Martin Daum (Bild: Daimler Trucks)
Der frühere Chef von Daimler Trucks, Martin Daum Bild: Daimler Trucks

Der langjährige Daimler-Truck-Chef Martin Daum hält höhere Benzinpreise im Kampf gegen den Klimawandel für erforderlich. Es gebe eine einfache Lösung, an die sich aber niemand heranwage, "weil es wahrscheinlich die Mehrheit der Bürger nicht akzeptieren könne" , sagte Daum in einem Gespräch mit dem SWR(öffnet im neuen Fenster) .

Konkret schlug er vor: "Wenn wir heute rausgehen würden und sagen (...): Jeden 1. Januar werden zusätzlich 10 Cent auf den Liter Benzin draufgemacht. Von jetzt bis zur Unendlichkeit. Dann wird es die ersten drei oder vier Jahre noch in der normalen Schwankungsbreite des Benzinpreises liegen. Und dann wird es irgendwann mal so gewaltig beißen, dass Sie heute nie mehr auf die Idee kämen, wenn Sie Vielfahrer sind, sich einen Benziner zu kaufen."

Nach Ansicht Daums ist jedoch keine "Revolution" erforderlich. Es sei auch möglich, die Erhöhung von 10 auf 5 Cent zu begrenzen. "Dann dauert es die doppelte Zeit. Dann wird es sich umstellen" , sagte der 64-Jährige.

Für Daum wird der Kampf gegen den Klimawandel jedoch nicht konsequent genug geführt: "Wenn wir es ernst meinen würden, dann müssten wir weltweit einen Bann aussprechen, noch mal nach Erdöl und Erdgas zu bohren. Alles das, was heute unter der Erdoberfläche ist, das muss da drinbleiben."

Gegner von Kaufprämien für E-Autos

In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Norweger als "die größten Heuchler" . Zwar seien diese bei den Themen E-Mobilität und CO 2 -Einsparungen in ihrem täglichen Leben am weitesten. "Aber sie bohren im Nordpolarmeer in 1.500 m Tiefe, um Öl dort rauszuholen. Geschützter habt ihr das nicht, wenn ihr die Welt retten wollt. Aber sie bohren dort" , sagte Daum.

Eine Kaufprämie zur Anschaffung von Elektroautos lehnt Daum hingegen ab. Er sei ein großer Anhänger davon, eher in die Infrastruktur zu investieren, "und nicht einfach nur das E-Fahrzeug zu subventionieren" . Für ihn sei die Förderung von neuen Technologien nur in der allerersten Phase sinnvoll, "wo es um Ausprobieren von Technologieideen geht, wo Sie als Verbraucher in ein Riesenrisiko reingehen würden, dass das Ding überhaupt funktioniert" . Diese frühe Phase sei beim Elektroauto aber längst vorbei.

Daum war bis Ende September 2024 Chef von Daimler Trucks(öffnet im neuen Fenster) . Neue Vorstandsvorsitzende der Daimler Truck Holding AG ist Karin Rådström.


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