Net-Zero für Rechenzentren im Jahr 2030

In den nächsten Jahren dürfte jedoch mehr Emissionstransparenz in die Cloud kommen, da die EU-Kommission für europäische Rechenzentren das Ziel Net-Zero für das Jahr 2030 festgelegt hat. Das Ziel ist recht ehrgeizig, wie eine im Dezember vorgestellte Kurzstudie des Borderstep Institute zum Energieverbrauch europäischer Rechenzentren zeigt.

Stellenmarkt
  1. Function Developer (m/w/d) Special Engines / Vehicle Solutions
    Rolls-Royce Solutions GmbH, Friedrichshafen
  2. Head of IT Operations (w/m/d)
    Schüco International KG, Bielefeld, Home-Office
Detailsuche

Demnach hat sich in den Jahren 2010 bis 2020 der Energiebedarf der Digitalisierung in Europa von 57 auf 88 Terrawattstunden pro Jahr (TWh/a) erhöht. Weitere Steigerungen seien zu erwarten, sagt Studienautor Ralph Hintemann. Denn im vergangenen Jahrzehnt hat sich zwar der Energiebedarf in Bezug auf Rechen- und Speicherleistung um den Faktor 6 bis 12 verringert. Die Zahl der Workloads in den Rechenzentren hat sich jedoch im gleichen Zeitraum um den Faktor 10 erhöht.

  • Der Energieverbrauch in europäischen Rechenzentren (Quelle: Borderstep Institute)
  • Der Rechenaufwand für modernste KI-Forschung hat sich Forschern zufolge in den vergangenen Jahren um das 300.000-Fache erhöht. (Quelle: Communications of the ACM, Ausgabe vom Dezember 2020)
Der Energieverbrauch in europäischen Rechenzentren (Quelle: Borderstep Institute)

Der Standort der Rechenzentren spielt laut Hintemann bei der Bewertung ihres CO2-Fußabdrucks eine Rolle, da hier der nationale Strommix maßgeblich ist. So ist etwa in skandinavischen Rechenzentren der CO2-Fußabdruck aufgrund eines hohen Anteils erneuerbarer Energien sehr viel geringer als in Polen und Estland. Deutschland liegt mit 420 g CO2/kWh in der Mitte und damit relativ hoch. Hintemann erwartet für die deutschen Rechenzentren eine nur "moderate" Absenkung der Kohlendioxid-Emissionen, da der Ausstieg aus der Kohleverstromung im Jahr 2038 in Deutschland relativ spät erfolge.

Effizienzschübe erwartet

Effizienzschübe erwartet Hintemann durch cloudbasierte Lösungen. Rechenzentren-Technologien wie Kühlung und Klimatisierung versprechen weitere Einsparpotenziale, etwa mit Kältemitteln ohne Treibhauspotenzial. 30 Prozent des Einsparpotenzials seien mit optimierter Software und Algorithmen erreichbar.

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Premiere Pro Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14./15.07.2022, Virtuell
  2. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    01.-03.08.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Beispielsweise nutzt das Eurotheum in Frankfurt am Main mit einem wasserbasierten Direktkühlsystem rund 70 Prozent seiner eigenen Abwärme, um Büro- und Konferenzräume sowie die Hotels und Gastronomie vor Ort zu beheizen. Hintemann verweist darauf, dass die Abwärme der Rechenzentren im Raum Frankfurt am Main ausreichen würde, um alle gewerblichen Immobilien der Stadt zu versorgen.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Der GreenIT Cube für den Supercomputer am GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt spart jährlich etwa 15.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen ein. Eine Kaltwasserkühlung in den Türen der Rechnerschränke ersetzt die Raumluftkühlung und erreicht eine sehr hohe Effizienz von weniger als 1,07 PUE. Die Kennzahl PUE drückt die Power Usage Effectiveness aus, indem sie die insgesamt in einem Rechenzentrum verbrauchte Energie ins Verhältnis zu der Energieaufnahme der IT-Infrastruktur setzt. In diesem Fall werden weniger als 7 Prozent der elektrischen Energie für die Kühlung benötigt.

Diese Best-Practice-Beispiele sind Ausnahmen. Der GreenIT Cube gehört zu den drei Anlagen in Deutschland, die mit dem Blauen Engel für besonders energieeffiziente Rechenzentren ausgezeichnet wurden. Nur eines von 177 Rechenzentren des Bundes hat den Blauen Engel.

In der Praxis lässt sich an anderer Stelle mehr in Sachen Energieeffizienz erreichen. Beispielsweise sind laut einer Messung des Umweltbundesamts die Server in Rechenzentren nur zwischen 10 und 15 Prozent ausgelastet. Wie schnell Rechenzentren klimaneutral werden, hängt auch davon ab, wie schnell sich Effizienztechniken im Markt etablieren. Derzeit stehen in den Rechenzentren die Server aber sechs Jahre und länger, womit sich der Gerätepark nur allmählich modernisiert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Klimaschutz: Wie schmutzig ist ein Klick?Schmutzige künstliche Intelligenz? 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Spiritogre 11. Jan 2021

Zurück in die Steinzeit ist keine Perspektive!

Cerdo 06. Jan 2021

Nö. Nicht einmal die Ökosteuer wird zu diesem Zweck verwendez, sondern landet im Topf.

zilti 06. Jan 2021

Werden bei der Vegivariante die Zutaten auch aus Südamerika eingeflogen, oder wird nur...

Benutztername12345 06. Jan 2021

Deine Sicht- und Argumentationsweise erinnern mich stark an einen Freund von mir. Ich...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Erdbeben und Vulkanausbrüche
Glasfaserkabel als Frühwarnsystem

Seismografen registrieren Bodenbewegungen, Glasfasern können das aber besser. Forscher hoffen, mit ihnen Erdbeben und Vulkanausbrüche besser vorhersagen zu können.
Ein Bericht von Werner Pluta

Erdbeben und Vulkanausbrüche: Glasfaserkabel als Frühwarnsystem
Artikel
  1. Visual Studio Code im Web mit Gitpod: Ein Gewinn für jede Tool-Sammlung
    Visual Studio Code im Web mit Gitpod
    Ein Gewinn für jede Tool-Sammlung

    Helferlein Der Code-Editor Visual Studio Code erobert den Browser und die Remote-Arbeit - und das Kieler Unternehmen Gitpod ist mit seiner Lösung ganz vorne mit dabei.
    Von Kristof Zerbe

  2. Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich: In Glasfasernetzen bald nur noch Gigabit-Angebote
    Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich
    In Glasfasernetzen bald nur noch Gigabit-Angebote

    Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich kennt die Branche wie kaum ein anderer. Er hält nicht immer etwas von Open Access und lehnt Überbauen von Glasfaser nicht grundsätzlich ab.

  3. Gigaset GL7: Neues Klapphandy mit KaiOS und Sicherheitsfunktion
    Gigaset GL7
    Neues Klapphandy mit KaiOS und Sicherheitsfunktion

    Das GL7 von Gigaset ist ein klassisches Klapphandy, auf dem auch moderne Apps wie Whatsapp und Google Maps laufen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • HP HyperX Gaming-Headset -40% • Corsair Wakü 234,90€ • Samsung Galaxy S20 128GB -36% • Audible -70% • MSI RTX 3080 12GB günstig wie nie: 948€ • AMD Ryzen 7 günstig wie nie: 259€ • Der beste 2.000€-Gaming-PC • Cooler Master 34" UWQHD 144 Hz günstig wie nie: 467,85€ [Werbung]
    •  /