Klimaschutz: US-Studie zeigt Umweltfreundlichkeit von Elektroautos

Ein Team aus Yale hat die indirekten Emissionen von Elektroautos und konventionellen Autos miteinander verglichen.

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VW Golf, VW ID.3, VW ID.4 (von links): "Überraschend war, wie viel niedriger die Emissionen von Elektrofahrzeugen waren."
VW Golf, VW ID.3, VW ID.4 (von links): "Überraschend war, wie viel niedriger die Emissionen von Elektrofahrzeugen waren." (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Es ist ein Streitfrage, die schon länger schwelt: Sind Elektroautos wirklich umweltfreundlicher als solche mit Verbrenner? Eine neue Studie kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

Bei den direkten Emissionen sind Elektrofahrzeuge im Vorteil: Sie selbst erzeugen keine. Wie sieht es aber mit den Emissionen aus, die bei der Erzeugung des Stroms und bei der Produktion von Elektroautos, vor allem der Akkus, entstehen? Ein Team der Yale School of the Environment hat untersucht, ob Elektroautos auch dann noch umweltfreundlicher sind, wenn diese indirekten Emissionen miteinbezogen werden.

In die Studie flossen Konzepte aus der Energiewirtschaft und der Industrieökologie ein, darunter die Bepreisung von Kohlendioxidemissionen, die Bewertung von Betriebszyklen oder die Modellierung von Energiesystemen, in diesem Fall die der USA. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Die Herstellung der Brennstoffe erzeugt Emissionen

"Ein großes Problem bei Elektrofahrzeugen ist, dass die Lieferkette, einschließlich des Abbaus und der Verarbeitung von Rohstoffen sowie der Herstellung der Akkus, alles andere als sauber ist", sagte Yale-Wirtschaftwissenschaftler Ken Gillingham. Gegner der Elektromobilität argumentieren deshalb oft, dass die Umweltbilanz der Elektroautos schlechter sei als die von konventionell betriebenen Fahrzeugen.

Das hat das Team um Paul Wolfram widerlegt. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die indirekten Emissionen der Verbrenner deutlich höher seien und mehr als ein Viertel von deren gesamten Emissionen ausmachten. Das liegt auch an den Kraftstoffen, bei deren Herstellung sehr viel Kohlendioxid emittiert wird.

Dass die direkten Emissionen von Elektroautos niedriger seien als die von Verbrennern, sei zu erwarten gewesen. Überraschend sei aber, "dass auch die Emissionen, die nicht am Auspuff entstehen, niedriger sind", resümiert das Team."Das lässt die aktuelle öffentliche Debatte über 'schmutzige' Akkus und Elektrizität in einem anderen Licht erscheinen."

Der Unterschied ist unerwartet groß

"Überraschend war, wie viel niedriger die Emissionen von Elektrofahrzeugen waren", sagte Mitautorin Stephanie Weber. "Die Lieferkette für Verbrennungsfahrzeuge ist einfach so schmutzig, dass Elektrofahrzeuge sie nicht übertreffen können, selbst wenn man die indirekten Emissionen berücksichtigt."

Laut der Studie wird die Bilanz der Elektroautos künftig noch besser, weil die Stromerzeugung weiter dekarbonisiert werde. Der Unterschied wird also noch größer. Der Elefant im Raum sei, wie die Studie zeige, "die Lieferkette von Fahrzeugen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, nicht die von Elektrofahrzeugen", resümierte Studienleiter Wolfram. Ein schnellerer Umstieg auf die Elektromobilität sei deshalb besser für die Umwelt.

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plutoniumsulfat 04. Jan 2022

Keine Ahnung warum, aber wenn man mal so nachschaut, braucht ein Bus irgendwas zwischen...

LordNelson 31. Dez 2021

Was für eine Logik. Dann behaupte ich ab jetzt, dass Elektroautos umweltfreundlich sind...

cubie2 30. Dez 2021

Die Studie bestätigt eigentlich nichts Neues. Dass bei E-Autos die gesamte Kette...

Erich12 30. Dez 2021

Du verkennst leider nach wie vor die zeitliche Komponente. Mit einer nennenswerten Anzahl...



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