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Klimaschutz: Telekom testet Mobilfunkmast mit Brennstoffzelle

Die Telekom setzt mobile Basisstationen ein, um kurzfristig ein Gebiet mit Mobilfunk zu versorgen. Steht kein Stromanschluss zur Verfügung, wird eine solche Station von einem Dieselgenerator mit Strom versorgt. In Franken testet die Telekom gerade eine saubere Alternative.

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Dieser Mobilfunkmast in Dettelbach benötigt wenig Wartung. (Bild: Deutsche Telekom)

Brennstoffzelle versorgt Basisstation: Die Deutsche Telekom hat eine mobile Mobilfunkbasisstation entwickelt, die von einer Brennstoffzelle mit Strom versorgt wird. Das System ist derzeit in einem mehrmonatigen Test in Dettelbach bei Würzburg im Einsatz. Es ist laut Telekom "der wohl weltweit erste Mobilfunkmast" mit einer Brennstoffzelle.

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Als Treibstoff dient - anders als beim kürzlich von uns getesteten Mercedes GLC F-Cell - nicht Wasserstoff, sondern Methanol. In einem Reformer wird die Flüssigkeit verdampft. Das entstehende Gas reagiert an einem Katalysator, so dass Wasserstoff abgespalten wird. Allerdings wird dabei Kohlendioxid freigesetzt.

Der Wasserstoff wird dann in die Brennstoffzelle geleitet, wo er mit dem Sauerstoff der Luft reagiert. Bei dem Prozess fließt Strom und es wird Wasser als Abfallprodukt freigesetzt. Die Brennstoffzelle liefert eine Dauerleistung von 5 Kilowatt (kW), bei Bedarf in der Spitze 7 kW. Der Tank fasst 3.000 Liter Methanol. Damit kann die Basisstation ein knappes Dreivierteljahr lang betrieben werden.

Mobile Basisstationen in einem Container sind nichts Besonderes bei der Telekom: Sie werden beispielsweise eingesetzt, um - wie in Dettelbach - Funklöcher zu schließen, bei Großveranstaltungen wie Musikfestivals oder auch bei einer Katastrophe. Ist am Einsatzort kein Stromanschluss vorhanden, wird normalerweise ein Dieselgenerator aufgestellt, der sie mit Strom versorgt. Der ist aber umweltschädlich, laut und muss etwa alle zwei Wochen vor Ort gewartet werden.

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Video: Mobilfunkmast mit Brennstoffzelle - Telekom [10:40]

Die Dettelbacher Station hingegen benötigt, da sie keine beweglichen Teile hat, deutlich weniger Wartung. Zudem muss dafür niemand ausrücken: Das geht per Fernwartung. Der Treibstoff ist Bio-Methanol, das aus Biomasse wie Pflanzenabfällen, Holz oder Stroh erzeugt wird. "Damit betreiben wir die Anlage hier CO2-neutral", sagt Niklas Schmitz von Power and Air Condition Solution Management (PASM), einem Telekom-Tochterunternehmen, das sich um die Energieversorgung der Telekommunikationsanlagen kümmert.

Funktionsweise des Systems (Bild: Telekom) [1/1]

Die Station in Dettelbach soll einige Monate lang laufen, und zwar so lange, bis ein neuer Mobilfunkmast an einem Sportplatz errichtet ist, der den Dettelbacher Ortsteil Euerfeld, der in einer Senke liegt, versorgt.