Klimaschutz: Streaming muss nicht das neue Fliegen werden

Ein erheblicher Teil des Energieverbrauchs beim Streaming entsteht auf den letzten Metern.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Im WLAN grüner: Streaming
Im WLAN grüner: Streaming (Bild: Mika Baumeister/Unsplash)

Ob Streaming oder Videokonferenzen - in der Coronakrise hat die Datenmenge im Netz kräftig zugenommen. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will die Digitalisierung deshalb umweltverträglich gestalten, damit das Internet eine bessere Klimabilanz bekommt. "Streaming, das geht auch klimafreundlich. Es muss nicht das neue Fliegen werden", sagte Schulze am 10. September in einer Videokonferenz. "Streamen im WLAN oder über Breitbandanschluss ist in der Regel wesentlich energieeffizienter als über das Mobilfunknetz."

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Die Aussage untermauerte die Ministerin mit Zahlen: Während eine Stunde Serie schauen über das Mobilfunknetz schlimmstenfalls 90 Gramm Kohlendioxid (CO2) verursache, verbrauche man im WLAN im besten Fall nur zwei Gramm. "Ein ganz erheblicher Teil des Energieverbrauchs beim Videostreamen entsteht bei der Übertragung der Daten von der Cloud zu den Nutzerinnen und Nutzern", betonte Schulze. Dabei gebe es "große Unterschiede - je nachdem, mit welcher Technik die Daten übertragen werden".

Die Erkenntnisse gehen aus dem Forschungsprojekt Green Cloud-Computing im Auftrag des Umweltbundesamts hervor. Dafür wurden die Umweltauswirkungen von Online-Speichern und Videostreaming durch das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration sowie das Berliner Öko-Institut Umweltwirkungen gemessen. Entsprechend beruhen die Ergebnisse laut Schulze nicht wie bei anderen Studien auf Annahmen, sondern erstmals auf realen Messungen.

"Beim Breitbandausbau sollte, wo immer möglich, Vorfahrt für energieeffiziente Glasfasernetze gelten. Die 5G-Infrastruktur muss das sehr ineffiziente 3G möglichst schnell ersetzen", forderte die Umweltministerin. Außerdem will sie, dass für Rechenzentren ein verbindlicher Energieausweis eingeführt wird, der Auskunft über Energieverbrauch und Leistungsfähigkeit geben soll.

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Durch die Coronapandemie stieg die Nutzung etwa von Cloud-Diensten in Deutschland deutlich. Von Februar bis März - also innerhalb eines Monats - habe sich die Datenmenge um 30 Prozent erhöht, betonte der Präsident des Bundesamts, Dirk Messner. Im März wurde am Internetknoten DE-CIX in Frankfurt am Main ein Wert von 9,1 Terabit pro Sekunde gemessen - der höchste dort je ermittelte Datendurchsatz. Zu dem Datenrekord dürfte auch die Veröffentlichung von Call of Duty Warzone beigetragen haben.

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phade 11. Sep 2020

Man könnte schon noch fördern. Was ist denn aus den KFW-Zuschüssen für PV und Hausakkus...

Michael H. 11. Sep 2020

Vor allem wenn man das ordentlich mit Leerrohren verlegt wenn die Straße eh schon mal...

Ykandor 11. Sep 2020

Ja klar, natürlich! (Huanglong sitzt grade nackt am Waldesrand und ißt Pilze. Die mit dem...

M.P. 11. Sep 2020

Wie kann man zu Hause Streaming gucken, ohne Router und Fernseher einzuschalten? Daneben...



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