Klimaschutz: Microsoft pausiert offenbar Verträge für CO2-Entnahme
Der Softwarekonzern Microsoft verunsichert derzeit den globalen Markt für CO2-Entnahme massiv. Berichte von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) über abgebrochene Vertragsverhandlungen mit mindestens drei Projektentwicklern(öffnet im neuen Fenster) stehen offiziellen Dementis gegenüber. Während Mitarbeiter auf mittlerer Ebene ihren Partnern signalisierten, dass Verhandlungen aufgrund finanziellen Drucks vorerst ausgesetzt würden, bleibt die offizielle Linie des Unternehmens defensiv. Offenbar erhielten mehrere andere Projektentwickler mit bestehenden Verträgen keine Benachrichtigung über eine Pause, was auf eine widersprüchliche interne Lage hindeutet.
Microsoft widersprach der Darstellung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall), das Programm zur Kohlenstoffentnahme aufzugeben. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, man könne zwar das Tempo oder das Volumen der Beschaffung anpassen, dies signalisiere jedoch keine Änderung des grundsätzlichen Ehrgeizes in Bezug auf die Klimaziele. Das Ziel, bis 2030 eine negative CO2-Bilanz zu erreichen, bleibe bestehen. Dennoch hängen viele Projekte weltweit von Microsoft ab, da der Konzern Schätzungen zufolge für über 90 Prozent des Marktes im Jahr 2025(öffnet im neuen Fenster) verantwortlich zeichnete.
Fokusverschiebung durch KI-Ausbau
Der finanzielle Druck, den Mitarbeiter in Gesprächen anführten, steht offenbar im Zusammenhang mit den massiven Ausgaben für künstliche Intelligenz. Microsoft investiert derzeit Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren, was die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele verkompliziert. Die Investitionen in CO2-Zertifikate werden über die Vertragslaufzeiten auf 4 bis 10 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dass nun Verhandlungen über Technologien wie Direct Air Capture oder beschleunigte Gesteinsverwitterung ins Stocken geraten sind, trifft eine Branche, die kaum andere Großabnehmer hat.
Marktexperten sehen in der aktuellen Situation ein Warnsignal für die Abhängigkeit des Sektors von einem einzigen Akteur. Solange Microsoft die interne Kommunikation nicht klärt, bleibt für viele Entwickler unklar, wie die künftigen Beschaffungszyklen ablaufen werden. Melanie Nakagawa, Chief Sustainability Officer des Konzerns, betonte zwar die Fortführung des Portfolios(öffnet im neuen Fenster), räumte aber ein, dass man den Ansatz kontinuierlich verfeinere. Für die Erreichung der Pariser Klimaziele ist die Technologie essenziell: Forscher der Universität Oxford kalkulieren mit einem Bedarf von 9 Gigatonnen CO2-Entnahme pro Jahr bis 2050.
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