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Schaltanlagen ohne SF6

Das Technologieunternehmen ABB verzichtet bei der momentan stattfindenden Modernisierung eines Hochspannungs-Umspannwerks im baden-württembergischen Obermooweiler im Auftrag des Netzbetreibers TransnetBW ebenfalls auf SF6. Stattdessen kommt ein klimafreundlicheres, in seinen Bestandteilen nicht näher spezifiziertes Gasgemisch zum Einsatz. Laut ABB wird es die weltweit erste gasisolierte 380-Kilovolt-Schaltanlage mit diesem umweltfreundlichen Gemisch sein. Es soll um mehr als 99 Prozent klimafreundlicher sein als SF6. In einem gasisolierten Umspannwerk für 170 Kilovolt in Zürich erprobt das Unternehmen seine Airplus-Schaltanlagentechnik schon seit 2015.

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Für Schaltanlagen bis etwa 110 Kilovolt stehen SF6-freie Isolationsmittel zur Verfügung "Bisher gibt es bei Schaltanlagen auf der 220- und 380-Kilovoltebene keine einsatzfähige und marktreife Alternative zu SF6", sagt Volker Gustedt, Pressesprecher von 50Hertz. Zusammen mit 13 weiteren Unternehmen fördert der Netzbetreiber deshalb ein Forschungsprojekt an der ETH Zürich, um alternative Gase auf ihre Eignung als Isolier- und Schaltgas systematisch zu untersuchen. Auch Tennet testet im Umspannwerk Ovenstedt in Ostwestfalen erste SF6-freie Komponenten für die Höchstspannungsebene von 380 Kilovolt. "Doch alternative Lösungen für das komplette Anwendungsspektrum in der Hoch- und Höchstspannung müssen erst noch entwickelt und getestet werden", sagt Tennet-Sprecherin Hörchens.

Für alle Pilotprojekte und neuen SF6-Alternativen gelten dabei die gleichen Randbedingungen: Je höher die Spannungen sind und je weniger Platz für eine Schaltanlage zur Verfügung steht, desto besser muss das verwendete Gas vor Überschlägen und Lichtbögen schützen. Eine Lösung könnte darin bestehen, CO2 anstatt SF6 zu verwenden. Daran arbeiten beispielsweise Ingenieure der Hochspannungstechnik um Christian Franck an der ETH Zürich. Allerdings müssen dazu fluorhaltige Gase zum CO2 gemischt werden, je nach Anwendung in unterschiedlicher Mixtur. Das eine universelle Ersatzgas, das SF6 überall ersetzen könnte, sieht Franck nicht.

Aus Schaltanlagen der Mittelspannung ließe sich Schwefelhexaflourid indes heute schon verbannen. Die technischen Möglichkeiten dafür sind nach Einschätzung der Experten vorhanden. "Aber dazu brauchen wir ein klares Signal der Politik", sagt UBA-Mitarbeiterin Elsner. Sie hofft auf Impulse aus Brüssel: In wenigen Wochen will die EU-Kommission einen von ihr beauftragten Bericht zu SF6-Alternativen in Schaltanlagen veröffentlichen. Auf seiner Basis könnte eine neue EU-Verordnung für fluorierte Gase konzipiert werden, mit einem SF6-Verbot für neue Mittelspannungsanlagen. "Wir sollten diese Chance nicht verpassen, da die Anlagen bis zu 40 Jahre betrieben werden", sagt Elsner. Europa könnte damit auch international als Vorbild dienen, SF6 weltweit aus möglichst vielen Schaltanlagen zu verbannen.

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Clown 06. Mai 2020

Erklär das mal Menschen mit Zölliakie :D

kreien 02. Mai 2020

SF6-Mittelspannungs- und Hochspannungsschaltanlagen sind deswegen ein schlechtes...

haichen 01. Mai 2020

Du könntest ja mit gutem Beispiel voran gehen und auf Strom verzichten. Damit wäre auch...

Pferdesalami 27. Apr 2020

-kT-

m9898 26. Apr 2020

Gase bilden mit ausreichend Zeit immer homogene Gemische, da sie ineinander...


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