Klimaschutz: Deutschland soll zur Wasserstoffrepublik werden

Nach Monaten hat sich die Bundesregierung darauf geeinigt, wie es mit dem Wasserstoff weitergehen soll.

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Brennstoffzellenauto an einer Wasserstofftankstelle: Deutsche Umwelttechnologie ist ein Exportschlager.
Brennstoffzellenauto an einer Wasserstofftankstelle: Deutsche Umwelttechnologie ist ein Exportschlager. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Bis 2050, so hat es die Bundesregierung in ihrem Klimazielen beschlossen, soll Deutschland klimaneutral werden. Es sollen also keine Treibhausgase mehr freigesetzt oder die freigesetzten kompensiert werden. Das bedeutet, dass Kohlekraftwerke abgeschaltet und durch Anlagen ersetzt werden, die Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse erzeugen. Autos, Flugzeuge und Schiffe sollen keine fossilen Brennstoffe mehr verbrennen. Das gilt auch für die Industrie. Ein entscheidender Faktor in diesem Szenario ist, fossile Brennstoffe durch einen neuen Energieträger zu ersetzen. Die Bundesregierung hat am 10. Juni 2020 dafür eine Strategie vorgelegt.

Inhalt:
  1. Klimaschutz: Deutschland soll zur Wasserstoffrepublik werden
  2. Grüner Wasserstoff für Brennstoffzellen und E-Fuels
  3. Die Bundesregierung brauchte viel Zeit

Sie wolle "Deutschland zu einer Wasserstoffrepublik machen", sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Strategie. Dafür will die Regierung neun Milliarden Euro bereitstellen, um den Umbau zur Wasserstoffwirtschaft anzuschieben. Davon entfallen sieben Milliarden Euro auf einen Markthochlauf von Wasserstofftechnologien. Die übrigen zwei Milliarden sollen in internationale Partnerschaften fließen.

Wasserstoff biete die Chance für einen doppelten Schub, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dem ARD-Morgenmagazin: zum einen für den Klimaschutz, zum anderen aber für die Industrie. So soll - grüner - Wasserstoff in Deutschland selbst hergestellt werden. Aber die für die Produktion benötigte Technik könne hier entwickelt, produziert und dann in alle Welt verkauft werden.

Zu den Maßnahmen gehört unter anderem der Aufbau von Kapazitäten zur Wasserstofferzeugung: In den kommenden zehn Jahren sollen entsprechende Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu fünf Gigawatt Gesamtleistung entstehen, bis spätestens 2040 sollen es zehn Gigawatt sein. Das Problem: Für die Betreiber lohnt sich der Bau von Erzeugungsanlagen nur, wenn auch die Abnahme gesichert ist. Hier wolle die Bundesregierung Anreize schaffen, sagte Schulze.

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Damit will die Regierung dem sogenannten Henne-Ei-Problem vorbeugen: Derzeit gibt es nur relativ wenig Wasserstoff, der auch recht teuer ist - so ist etwa ein Brennstoffzellenauto im Betrieb etwa so teuer wie ein Benziner und damit teurer als ein Elektroauto. Deshalb gibt es auch nur wenige Anwendungen für den Energieträger. Weil es aber nur wenige Anwendungen gibt, ist es nicht attraktiv, mehr zu produzieren.

Eine Möglichkeit könnten Wasserstoffquoten sein. So soll Kerosin künftig zwei Prozent Wasserstoff beigemengt werden. Auch bei der Stahlherstellung könnte es eine Wasserstoffquote geben. Er sei in Kontakt mit den Chefs der deutschen Stahlhersteller, um eine Dekarbonisierung der Stahlindustrie umzusetzen, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Wichtig ist, dass es sich um grünen Wasserstoff handelt, also Wasserstoff, der ohne Kohlendioxidemissionen mit Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Anders lässt sich das Klimaziel nicht erreichen. Dafür sollen die entsprechenden Kapazitäten ausgebaut werden, kündigte die Regierung an.

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Grüner Wasserstoff für Brennstoffzellen und E-Fuels 
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Dwalinn 16. Jun 2020

Ich finde es nicht okay das Windkraftanlagen abgeschaltet werden nur weil das...

Trollversteher 12. Jun 2020

Natuerlich kann es das geben - zB um die Schwankungen bei der Windenergie ausgleichen...

Ach 12. Jun 2020

kannte ich vorher nicht : - Unbequeme Fragen ohne mit der Wimper zu zucken, - quer Beet...

Ach 11. Jun 2020

Nur solange der Rohstoff aus dem Boden gesprudelt kommt. Dann ist den Leuten nicht nur...



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