Klimaneutrales Werk: Ford eröffnet neue Elektroauto-Fabrik in Köln

Der US-amerikanische Autohersteller Ford hat seine neue Fabrik für Elektroautos in Köln gestartet. Die Eröffnung des umgebauten Werkes "markiert den Beginn einer neuen Generation von sauberen Produktionsverfahren und Elektrofahrzeugen in Europa" , sagte der Verwaltungsratsvorsitzende und Urenkel von Firmengründer Henry Ford, William Clay Ford Jr., am 12. Juni 2023 in Köln(öffnet im neuen Fenster) . Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Holger Wüst (CDU) waren bei der Eröffnung zugegen.
Das Unternehmen hatte den Ausbau des Kölner Werkes zum Ford Cologne Electric Vehicle Center im Februar 2021 bekannt gegeben . Von 2023 an solle im Werk in Köln-Niehl das erste batterieelektrische Volumenmodell von Ford in Europa vom Band rollen, hieß es damals.
Der Mitteilung zufolge hat Ford zwei Milliarden Euro in die Umrüstung des Werkes investiert. Das sei "die größte Investition in der Unternehmensgeschichte des Kölner Ford-Werks. Das sind gute Nachrichten für den Standort Köln, für die Autoproduktion in Deutschland, für die E-Mobilität und den Aufbruch" , sagte Scholz.
Bilanziell CO2-neutral
Bei dem neuen Werk handelt es sich demnach um die bilanziell weltweit erste CO2-neutrale Fahrzeugfertigung von Ford. "Der gesamte Bedarf an Strom und Gas für den Betrieb der Fahrzeugfertigung ist CO2-neutral, da zu 100 Prozent zertifizierter erneuerbarer Strom beziehungsweise Biomethan bezogen wird" , hieß es zur Begründung.
Die für Gebäude und Prozesse benötigte Wärme werde über ein eigenes Dampfnetz an Ford geliefert. Dabei handele es sich um Abwärme eines externen Kraftwerks und einer Müllverbrennungsanlage. Ford erhalte die Wärme als CO2-neutrale Energie, da der lokale Energieversorger die entsprechenden Emissionen im Auftrag von Ford ausgleichen werde.


















Das neue Werk ermöglicht laut Ford die Fertigung von mehr als 250.000 Elektrofahrzeugen pro Jahr. Als erstes Modell wird dort der im März 2023 vorgestellte batterieelektrische Ford Explorer gebaut. Auch der angekündigte elektrische Sport-Crossover, der etwas kleiner als der Explorer ausfallen soll, werde in Köln vom Band rollen.
Die Bestellbücher für den Explorer will Ford im September 2023 öffnen und einen Monat später mit der Produktion beginnen. Noch vor Weihnachten sollen die ersten Kunden ihren vollelektrischen Explorer aus dem neuen Werk erhalten.
Stellenabbau geplant
Im Februar 2023 hatte Ford angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , europaweit etwa 3.800 Stellen abzubauen. "Davon entfallen auf Deutschland rund 2.300 Stellen, 1.700 Stellen in der Produktentwicklung und 600 Stellen in der allgemeinen Verwaltung. (...) Diese Verschlankung ist durch die Umstellung auf vollelektrische Antriebe und eine geringere Fahrzeugkomplexität getrieben" , hieß es zur Begründung.

Nun verwies Ford darauf, "die großen Fähigkeiten der Belegschaft im Werk zu fördern, anstatt sie zu ersetzen" . Dazu sollten neue kognitive und kollaborative Roboter sowie Augmented-Reality-Lösungen die Belegschaft unterstützen. Dies steigere die Effizienz und optimiere den Datenaustausch mit anderen Werken, die künftig Erfahrungen in Echtzeit miteinander teilten.



