Klimakrise: Grüner Wasserstoff für die Gas-Therme

Heizen in Gebäuden verursacht mit am meisten CO2-Emissionen. Um sie zu senken, versucht man nun, Erdgas mit grünem Wasserstoff zu mischen.

Ein Bericht von Monika Rößiger veröffentlicht am
Hier werden Wasserstoff und Erdgas gemischt: Projektleiter Tom Lindemann vor der H2-Mischstation in Hamburg-Bergedorf.
Hier werden Wasserstoff und Erdgas gemischt: Projektleiter Tom Lindemann vor der H2-Mischstation in Hamburg-Bergedorf. (Bild: Gasnetz Hamburg)

Von außen betrachtet wirkt das kleine, graue Gebäude in etwa so spektakulär wie ein Geräteschuppen. Drinnen aber verbirgt sich etwas, das in Zukunft größere Bedeutung erlangen könnte: eine Wasserstoff-Einspeiseanlage. Mit ihrer Hilfe wird seit Kurzem erprobt, auf welche Weise sich Wasserstoff am besten Erdgas beimischen lässt. Der daraus entstehende Mix dient der Wärme-Erzeugung für die umliegenden Mehrfamilienhäuser aus ockerfarbenem und rötlichem Backstein.

Die Bewohner wissen zwar, dass sie Teil eines EU-geförderten Versuchsprojektes sind. Aber sie sollen nicht merken, dass die Wärme ihrer Heizungen und Duschen zum Teil auf grünem Wasserstoff basiert: weder am Komfort noch an der Gasrechnung.

Tom Lindemann, Projektleiter bei Gasnetz Hamburg, steht in dem unscheinbaren Betriebsgebäude im Hamburger Stadtteil Bergedorf und erklärt die Technik: "In dieser Rohrleitung kommt das Erdgas aus dem Verteilnetz an, wird an der Mischanlage mit Wasserstoff versetzt und anschließend als Gasgemisch zur Wärmezentrale weitergeleitet."

Die Gase werden miteinander verwirbelt

Da, wo die Mischanlage ist, sieht man anhand von Anzeigen und Messgeräten verschiedene Parameter: Druck und Durchflussmenge der beiden zu mischenden Gase sowie die Konzentration des Wasserstoffs. Dieser wird dem Erdgas in einer röhrenförmigen Mischeinheit zugegeben, welche die Gase dann miteinander verwirbelt.

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Ein rund um die Uhr zuverlässiges und klimafreundliches Nahwärme-Netz ist das Ziel des von der Europäischen Union geförderten Projekts My Smart Life. Die 273 Wohnungen neben dem Betriebsgebäude gehören für die kommenden eineinhalb Jahre zu einem wissenschaftlich begleiteten Praxistest, dessen Aufgabe leichter klingt, als die Umsetzung in Wirklichkeit ist: Wasserstoff mit Erdgas mischen.

Das Mischungsverhältnis zählt

Ein Gas mit einem anderen... Wo ist das Problem?, denkt vielleicht der Laie. Weil aber beide Gase unterschiedliche Brennwerte haben, kommt es auf das Mischungsverhältnis an. Dies ist entscheidend für das Funktionieren der Heizgeräte, die an die Leitung mit dem Gas-Mix angeschlossen sind.

  • Aus einer Rohrleitung kommt Erdgas aus dem Verteilnetz an, wird an der Mischanlage mit Wasserstoff versetzt und anschließend als Gasgemisch zur Wärmezentrale weitergeleitet, erklärt Tom Lindemann. (Bild: Gasnetz Hamburg)
  • 273 Wohnungen sind Teil des wissenschaftlich begleiteten Praxistests in Hamburg-Bergedorf. (Bild: Gasnetz Hamburg)
  • Ein Wandbild zeigt, wie es früher war: Gelb-orange flackernde Gaslaternen warfen ihr schummriges Licht auf die Straßen und Wege.(Bild: Monika Rößiger)
273 Wohnungen sind Teil des wissenschaftlich begleiteten Praxistests in Hamburg-Bergedorf. (Bild: Gasnetz Hamburg)
Wasserstoff für alle: Wie wir der Öl-, Klima- und Kostenfalle entkommen

"Wir wollen herausfinden, wie man sicherstellen kann, dass das Mischungsverhältnis immer konstant bleibt", erklärt der Energietechnik-Ingenieur Lindemann. Sonst gebe es Schwierigkeiten bei der Messung, Abrechnung und möglicherweise mit den nachgeschalteten Heizgeräten. Der Gaszähler misst ja das durchgeströmte Volumen in Kubikmetern. Für die Gasrechnung wird das Volumen dann mithilfe einer Formel in den Verbrauch an Kilowattstunden umgerechnet.

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Bei Raumwärme und Warmwasser ''schlummert großes Potenzial'' 
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Der_Ingo 07. Jun 2021 / Themenstart

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Ja, das ist das nächste Problem... die Wärmepumpe hat einen recht eng begrenzten...

teslafahrer 07. Jun 2021 / Themenstart

der essentielle Unterschied ist nur, dass man Elektroautos auch ohne Probleme mit...

miauwww 06. Jun 2021 / Themenstart

Überschaubar gewiss, aber was vermutlich besonders nachteilig ist: das...

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