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Leben auf dem Ozean: Reif für die autarke Insel

Die nachhaltige Heimat der Zukunft? Ein EU-Projekt forscht an modularen schwimmenden Inseln, die ihre Energie selbst erzeugen.

Ein Bericht von Monika Rößiger veröffentlicht am
So könnten die schwimmenden Plattformen einmal auf dem Meer aussehen.
So könnten die schwimmenden Plattformen einmal auf dem Meer aussehen. (Bild: Visvesh.S/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 4.0)

Die Frage, ob und wie Menschen künftig auf dem Wasser wohnen, arbeiten, Energie erzeugen und Lebensmittel herstellen könnten, beschäftigt Wissenschaftler bereits seit geraumer Zeit. Angesichts des steigenden Meeresspiegels und der wachsenden Weltbevölkerung könnte das nämlich in Zukunft nötig sein.

Inhalt:
  1. Leben auf dem Ozean: Reif für die autarke Insel
  2. Flexibilität ist das große Plus der Mehrzweck-Inseln

Schon länger gibt es die Idee, dafür künstliche Inseln, auf dem Wasser dümpelnde Häuser und Plattformen im Meer zu bauen. In Europa tüfteln insbesondere die Niederländer an schwimmenden Siedlungen. Nun aber hat ein internationales Konsortium aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen bei dem dreijährigen EU-Projekt Space@Sea einen Ansatz entwickelt, der darüber hinausgeht: schwimmende Plattformen, die in sehr unterschiedlicher Größe miteinander kombiniert werden und jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen können.

"Unser Ziel ist es, Lebens- und Arbeitsraum auf dem Ozean zu schaffen, indem man standardisierte und somit kostengünstige Insel-Module herstellt", sagte Maarten Flikkema, der das bis November 2020 laufende Projekt leitet, Golem.de.

Bei den Modulen handelt es sich um auf dem Wasser treibende Einrichtungen, die geringere Auswirkungen auf die Umwelt haben als feste Plattformen oder aufgeschüttete Inseln, die eine große Fläche des Meeresbodens mit Baumaterial und Gründungsstrukturen bedecken würden. Laut Flikkema wurden sie vom Prinzip des Standard-Containers inspiriert, der durch seine praktische Handhabung den weltweiten Gütertransport per Schiff revolutioniert hat.

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Eine solche Standardisierung auf Plattformen zu übertragen, klingt einfacher, als es ist. Allein die optimal geeignete Form eines solchen Moduls herauszufinden, hat ziemlich viel Forschungsaufwand verursacht. Experimentiert wurde mit verschiedenartigen Dreiecken, dem Quadrat, Rechteck, Kreis und dem Hexagon. Am Ende erwies sich das Quadrat als die praktikabelste Form.

Schwimmende Inseln, die ihre Energie selbst erzeugen

Das Konzept sieht nun folgendermaßen aus: Jede Plattform soll aus mindestens drei Modulen bestehen und Wohnraum für die Crew sowie Lagerraum für Ersatzteile und Werkzeuge bieten. Sie soll autark sein, das heißt, sie erzeugt die benötigte Energie selbst. Dafür wird eines der drei Module mit Solaranlagen ausgestattet, ein weiteres mit einem Windrad und einem Wellenenergie-Konverter. Auf dem dritten befindet sich die Wohneinheit. Außerdem werden die Module über Akkus und ein intelligentes Netz (Smart Grid) verfügen. Das Ganze ist so ausgelegt, dass eine 32-köpfige Crew bis zu einem Monat ohne externe Versorgung auf See leben kann.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Seit November 2017 untersuchen die Beteiligten nicht nur das Design der Module im Hinblick auf Form, Größe und Material sowie Verbindungsstücke und Verankerung im Meeresgrund. Auch der Transport und die Installation sowie Gesundheits- und Sicherheitsaspekte für die Besatzung spielen bei alldem eine wichtige Rolle.

In dem aus 17 Partnern bestehenden Konsortium sind vor allem wissenschaftliche Institutionen und Firmen aus der Offshore- und Erneuerbare-Energien-Branche vertreten. Es fokussierte sich auf die vier Teilbereiche Wohnen, Aquakultur, Energie und Transport. Die Ergebnisse der interdisziplinären Arbeitsgruppen aus Ingenieuren, Meeresbiologen, Logistikern und Sozialwissenschaftlern sollen im Oktober in Rotterdam präsentiert werden.

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Flexibilität ist das große Plus der Mehrzweck-Inseln 
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tovi 24. Sep 2020 / Themenstart

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mke2fs 22. Sep 2020 / Themenstart

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kimhqz 21. Sep 2020 / Themenstart

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