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Klimakrise: CO2-Entnahmen haben weniger Wirkung als CO2-Emissionen

Nur die Einsparung von Kohlendioxid-Emissionen wird den Klimawandel stoppen. Die Wirkung von Kohlendioxid-Entnahme ist nämlich begrenzt.
/ Werner Pluta
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Kohlekraftwerk (Symbolbild): komplexe Wechselwirkungen in der Atmosphäre (Bild: Stodtmeister/Wikipedia)
Kohlekraftwerk (Symbolbild): komplexe Wechselwirkungen in der Atmosphäre Bild: Stodtmeister/Wikipedia / CC-BY 3.0

Weg mit dem Kohlendioxid: Um den Klimawandel und die Erderwärmung aufzuhalten, muss der Anteil des Kohlendioxids in der Atmosphäre verringert werden. Doch das ist schwieriger als gedacht.

Bisher galt die Annahme, dass die Entnahme von einer Tonne des Gases die Emissionen von einer Tonne ausgleichen. Laut einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Climate Change(öffnet im neuen Fenster) erschien, ist das wahrscheinlich ein Fehlschluss.

Ein Team von Simon Fraser University in Burnaby in der kanadischen Provinz British Columbia hat die Auswirkungen von sogenannten negativen Emissionen, etwa durch das Anpflanzen von Bäumen in großer Zahl oder das Carbon Capture and Storage (CCS) , also das Abscheiden von Kohlendioxid und das anschließende Speichern im Untergrund, untersucht. Es nutzte Klimamodell-Simulationen, um die Auswirkungen von Kohlendioxid-Emissionen und -Entnahmen festzustellen.

Es gibt eine Asymmetrie von Emissionen und Entnahmen

Dabei habe sich eine Asymmetrie gezeigt: Emissionen seien effektiver darin, die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre zu erhöhen, als Entnahmen darin, sie zu senken, sagte die deutsche Klimaforscherin Kirsten Zickfeld(öffnet im neuen Fenster) , die das Projekt leitete. "Aufgrund der Komplexität des Erdsystems sind die Dinge nicht so einfach wie 'eine Tonne CO2 hinein entspricht einer Tonne CO2 heraus'."

Grund dafür sind laut Zickfeld die komplexen Wechselwirkungen, die die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre auf den globalen Kohlenstoff-Kreislauf haben. So nehmen Pflanzen bei Wachstum zwar Kohlendioxid auf, aber nicht unbegrenzt. Es scheint eine Obergrenze der Aufnahme zu geben: Trotz einer höheren Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre steigt die Aufnahme der Pflanzen nicht weiter. Auch die Fähigkeit des Ozeans, Kohlendioxid aufzunehmen, verringert sich bei höheren Konzentrationen in der Atmosphäre.

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Diese Asymmetrie zeige sich erst bei sehr hohen Emissions-Impulsen, schreiben die Forscher. Sie nahmen Emissionen zwischen 100 und 1.000 Gigatonnen Kohlenstoff an. 100 Gigatonnen entsprechen dabei ungefähr dem Zehnfachen der jährlichen CO2-Emissionen.

"Unsere Studie legt nahe, dass die Annahme eines exakten Ausgleichs zwischen CO2-Emissionen und einer gleichen Menge an CO2-Entfernungen in einem Netto-Null-Rahmenwerk das Risiko birgt, die Klimaziele zu sprengen" , sagte Zickfeld. Das bedeute, dass es wahrscheinlich nicht ausreiche, Emissionen 1:1 auszugleichen. Es seien aber weitere Studien notwendig, um mehr über die Asymmetrie zu erfahren.


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