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Wetter: Kupfernetz der Telekom säuft im Dauerregen ab

Einzelne Muffen im Festnetz der Telekom laufen mit Wasser voll. Der Boden kann den Dauerregen nicht mehr aufnehmen, zusätzlich erschwert Frost den Tiefbau.
/ Achim Sawall
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Aus einer Kabelmuffe läuft Wasser. (Bild: Deutsche Bahn / Screenshot Golem.de)
Aus einer Kabelmuffe läuft Wasser. Bild: Deutsche Bahn / Screenshot Golem.de

Stark- und Dauerregen, Hochwasser und Frost in den letzten Wochen können das Festnetz der Telekom beschädigen. "Steigt der Wasserdruck im Boden über eine zu lange Zeit und liegt zu lange an den Muffen an, kann es dazu führen, dass das Wasser in die Muffen eindringt und die Verbindungen beschädigt" , sagte Telekom-Sprecher Maik Exner in einem Video des Netzbetreibers(öffnet im neuen Fenster) . In den Muffen würden Kabel zusammengeführt oder abgegriffen.

Internetverbindungen und Telefonie können ausfallen. Wie ein Telekom-Sprecher Golem.de auf Anfrage sagte, tritt das Problem praktisch nur im Kupfernetz auf: "Glasfasermuffen sind viel robuster" .

Boden kann Dauerregen nicht mehr aufnehmen

Die Wassermenge im Boden sei so groß, dass der Boden sie nicht mehr aufnehmen könne und die Wassermassen nach oben drängen, wo das Telekomkabel liegt. "Damit ist Wasser immer an und um die Kabel" , erklärte Stephan Schuldt von der Firma Heinz Lütkemeier, die Entstörungen für die Telekom durchführt, in dem Video der Telekom. Auch Leitungen würden durch den Starkregen beschädigt.

Laut Schuldt wird versucht, das Wasser an den Baustellen abzupumpen. Es fließt aber schneller nach, als gepumpt werden kann, selbst wenn man zwei spezielle Pumpen einsetzt. Die Arbeiter müssen bei der Entstörung im eisigen Wasser stehen. Hinzu kommt der Frost, der ein Eindringen in die Böden zeitweise völlig blockiert. Prognosen, wie lange eine Entstörung dauert, sind deshalb schwierig.

Infolge der raschen Erwärmung der Arktis hat sich der Temperaturunterschied auf der Erdoberfläche zwischen Äquator und Nordpolargebiet reduziert, was den polaren Jetwind schwächte. Die Jetwindbänder verringern ihre Zirkulargeschwindigkeit, was häufiger zu langanhaltenden Wetterlagen führt. Laut Deutschem Wetterdienst(öffnet im neuen Fenster) ist der derzeitige Jetstream so etwas wie eine "Schnellstraße für Tiefdruckgebiete" . Hochdruckgebiete könnten sich zwischen den Tiefs nicht für längere Zeit aufbauen.


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