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So erkennt man betrügerische Onlineshops

Um betrügerische Produktangebote zu erkennen, reicht es in den hier genannten Fällen, sich einige wenige Fragen zu stellen. Die in unseren Augen wichtigsten: Warum bietet das kein großes Unternehmen an? Warum gibt Thomas Berger 50 Prozent Rabatt, und warum arbeitet Christel für deutlich unter Mindestlohn?

Die Antwort auf die erste Frage ist eigentlich immer eine Verschwörungserzählung: Die großen Konzerne wollen die Technologie nicht, um ihre Umsätze zu schützen. Wenn es eine Verschwörung braucht, um eine Geschichte plausibel zu machen, ist die Geschichte in den meisten Fällen unwahr. Die einfachste Heuristik, um Scams zu erkennen, ist eh meist das Bauchgefühl – wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das in den allermeisten Fällen auch nicht.

Die Dark Patterns erinnern leider teils an Elemente wie Rabattaktionen, die auch seriöse Anbieter nutzen. Bei den Scam-Anbietern ist es die schiere Masse, die skeptisch machen sollte. Ständig bewegt sich etwas, um daran zu erinnern, dass das Produkt ausverkauft sein könnte, wenn nicht schnell bestellt wird. Manche Elemente lassen sich durch einfaches Neuladen der Seite enttarnen, etwa die angebliche Produktreservierung.

Daneben gibt es einige Dinge, auf die es zu achten lohnt: Hat der Onlineshop ein Impressum? Falls nicht, kann die Seite direkt als unseriös eingestuft werden. Falls doch, auf jeden Fall einen Blick hineinwerfen: Wenn hinter angeblich deutschen oder europäischen Anbietern ein Unternehmen aus China oder den USA steht, ist das kein seriöser Anbieter. Einige Anbieter sitzen jedoch auch, wie erwähnt, in der EU, allein auf das Impressum verlassen sollte man sich also nicht.

Zollgebühren?

Außerdem lohnt sich ein Blick in die Geschäftsbedingungen. Hier wird üblicherweise erwähnt, dass noch Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer anfallen können – ein sicheres Zeichen dafür, dass die Ware von außerhalb der EU verschickt wird.

Ein weiterer Hinweis darauf sind die Versandanbieter. Zwar wird oft prominent DHL erwähnt, im Kleingedruckten werden dann aber chinesische Unternehmen wie Yunexpress, Yanwen oder 4PX genannt. Zur Sendungsverfolgung wird oft auf 17track.net verwiesen, das eine Sendungsverfolgung vieler, insbesondere auch chinesischer Versanddienstleister ermöglicht.

Bei den angeblichen Produkttestseiten lohnt sich oft ein Blick ans Ende: Da finden sich dann Aussagen wie "Da jeder Mensch anders ist, können die Ergebnisse variieren" oder der Hinweis, Produkte seien nicht zur Diagnose von Krankheiten geeignet. Hinzu kommt der Hinweis, dass es sich nicht um eine Nachrichtenpublikation handle, sondern um Werbung, und andere Versuche der Absicherung.

Eine solche Seite ist nicht seriös, und auch das angebliche Rückgaberecht sollte nicht dazu verleiten, auszuprobieren, ob das Produkt vielleicht doch gut ist.

Das tückische Rückgaberecht

In allen Fällen kauft man scheinbar ohne Risiko, schließlich können die Produkte bis 14, manchmal sogar 30 Tage nach Erhalt zurückgegeben werden. Das ist allerdings eine trügerische Sicherheit.

Es lohnt sich immer ein Blick auf die Rückgabebedingungen, denn dort ist stets zu lesen, dass der Kunde die Kosten und Risiko der Rücksendung trägt. Wohin der Rückversand erfolgen muss, wird aber oft nicht angegeben. Das Modeunternehmen Alpenfaser, laut Selbstbeschreibung betrieben von Anna Bergmann und laut Impressum ansässig im oberbayrischen Hongkong, ist hingegen auskunftsfreudig(öffnet im neuen Fenster): Rücksendungen müssen nach Yiwu in China geschickt werden.

Das kostet per DHL mit Sendungsverfolgung und Versicherung aktuell mindestens 25,50 Euro(öffnet im neuen Fenster) für ein 2-kg-Paket. Der Verkäufer behält sich außerdem das Recht vor, Rücknahmen zu verweigern, kurioserweise mit Verweis auf eine Ausnahmeregelung für Produkte, die aus Hygienegründen versiegelt sind. Noch dreister ist Stadlwerk(öffnet im neuen Fenster), über das Christel verkauft: Das übernimmt zwar angeblich ab 300 Euro die Rücksendekosten, erstattet aber nur in Form eines Gutscheins. Hier gehen die Rücksendungen nach Shenzhen.

Insbesondere bei den Fake-Klimaanlagen finden sich allerdings diverse Berichte von Kunden, welche die erhaltene, minderwertige Ware zurückgeben wollten. Ihrer Beschreibung nach wurden die Anfragen oft lange ignoriert, häufig versuchten die Verkäufer durch Anbieten einer teilweisen Erstattung des Kaufpreises die Rücksendung zu vermeiden.

Am besten lässt man also von dubiosen Produkten mit sensationellen Behauptungen einfach die Finger. Sie kosten nicht nur Geld, das sie nicht wert sind, sondern auch Nerven.


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