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Die Werbung ist witzig, der Betrug dahinter nicht

Persönlich finde ich die Scam-Werbung extrem witzig. Die überzogenen Behauptungen und Erzählungen von verzweifelten Raumfahrttechnikern, die bei einem Stromausfall nichts tun konnten, um ihre Familie vor der Gluthitze zu schützen. Oder die absurden KI-generierten Bilder und Videos, in denen etwa zwei Bauarbeiter für den Einbau eines Split-Klimageräts die komplette Wohnung zerstören oder ein Soldat mit einem Wunderhochdruckreiniger einen Baum zersägt, während im Hintergrund ein Apabrams Panschrauber steht (Mischung aus Apache-Hubschrauber und Abrams-Panzer).

Alle Produkte, die bisher im Artikel erwähnt wurden, werden mit den von uns zusammengefassten Behauptungen verkauft. Viel spricht dafür, dass es sich dabei um Scam handelt. Mit solchen Aussagen muss man vorsichtig sein, einen Ventilator als Klimaanlage zu verkaufen, sollte §263 StGB(öffnet im neuen Fenster) aber erfüllen. Einen Wäschekorb damit zu bewerben, dass ihn eine Seniorin aus Konstanz handgefertigt hat, obwohl das echte Produkt aus einer Fabrik in China kommt, ebenso.

Dass alle genannten Produkte aus China stammen, lässt sich ziemlich einfach zeigen. Die Handelsplattformen Alibaba und Aliexpress haben nämlich seit einiger Zeit eine Bildsuche. Die ist übrigens nicht nur praktisch, um herauszufinden, was hinter Scam-Produkten wirklich steckt. Bei Epicooler, Lifegauge Breeze und Solyball erfahren wir, dass es sich eigentlich um einen Heizlüfter handelt, Kosten je nach Abnahmemenge: 6 bis 13 Euro. Breezamax und Froza sind Ventilatoren mit Akku, sie kosten zwischen 7 und 12 Euro.

Schadet dem Geldbeutel, im schlimmsten Fall der Gesundheit

Nicht witzig ist hingegen, dass offensichtlich viele Menschen auf die Scam-Produkte reinfallen. Und gar nicht witzig ist, wenn durch falsche Gesundheitsversprechen Menschen in Gefahr gebracht werden. Die Behauptungen, ein Pulsoximeter könne den Blutzucker messen(öffnet im neuen Fenster) oder mysteriöse Kapseln könnten den Blutzucker senken(öffnet im neuen Fenster), können für Diabetiker gefährlich werden.

Und es steht zu befürchten, dass immer mehr Menschen auf Scam-Werbung hereinfallen, denn die wird immer besser. Vor einem Jahr waren die Videos noch größtenteils aus echten Clips zusammengeschnitten, oft mehr schlecht als recht. Sequenzen wiederholten sich, Mundbewegungen passten nicht zum gesprochenen Text. Mittlerweile sind viele Videos großenteils KI-generiert. Die Produktbeschreibungen und Webseiten mit angeblichen Produkttests sind komplett KI-generiert.

Mich erstaunt es regelmäßig, wie gut insbesondere Videogeneratoren mittlerweile sind. KI-generierte Bilder und Videos sind mittlerweile teils nicht mehr an Glitches zu erkennen, sondern daran, dass sie zu perfekt sind. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, weiß das. Viele Menschen wissen das aber vermutlich nicht, denn die Onlineshops und angeblichen Tests nutzen vermehrt Videos.

Es scheint authentischer zu wirken, wenn man in Bewegtbildern sieht, wie süß der flauschige KI-Roboterwelpe Wuffy(öffnet im neuen Fenster) seinen Kopf an den eines fröhlichen Mädchens drückt. Da vergisst Oma dann ihre Skepsis, ob das denn für 35 Euro sein kann. Sie sieht es ja.

Hinzu kommt die große Menge an Scam-Werbung. Würden wir alle Produkte erwähnen, die wir gesehen haben, wäre der Artikel mindestens doppelt so lang. Als Faustregel gilt: So ziemlich jedes Alltagsprodukt, das in China günstig herzustellen und nicht zu kompliziert zu verschicken ist und zu dem sich eine emotionale Geschichte erzählen lässt, eignet sich für Scams.

Und die Anbieter nutzen jeden Trick, um zum Kauf zu verleiten.


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