Klima-Ticket: Bund plant Nachfolger für Neun-Euro-Ticket

In der Bundesregierung gibt es Überlegungen, das zeitlich befristete Neun-Euro-Ticket im Nahverkehr in veränderter Form als Klima-Ticket fortzuführen. Dies geht aus dem Entwurf für ein Klimaschutzsofortprogramm hervor, der dem Handelsblatt vorliegt(öffnet im neuen Fenster) . So soll "mit tariflichen Maßnahmen die Attraktivität des ÖPNV dauerhaft gesteigert werden, zum Beispiel anschließend an das befristete '9 für 90'-Ticket mit veränderten Konditionen durch ein vergünstigtes Klima-Ticket als einheitliche Länder-Nahverkehrs-Monats- beziehungsweise Jahresfahrkarte für den Schienenpersonenregionalverkehr und den ÖPNV."
Zuständig für die Tarife im Nah- und Regionalverkehr sind Länder und Kommunen. Doch der Bund hatte das Neun-Euro-Ticket als Teil seines Entlastungspakets eingeführt. Der Bund werde ein Klima-Ticket "finanziell unterstützen" , heißt es im Entwurf des Klimaschutzsofortprogramms. In welcher Form dies möglich ist, werde geprüft.
Mit dem Programm legt die Bundesregierung fest, wie sie bis 2030 die Kohlendioxid-Emissionen im Land senken will, um ihre Klimaziele zu erreichen. Zuständig ist Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), der die Vorschläge aus den Fachministerien bündelt. Das Bundeskabinett soll das Programm am 13. Juli 2022 beschließen.
Das 9-Euro-Ticket gilt bundesweit in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Zügen des Nah- und Regionalverkehrs der Deutschen Bahn oder anderer Anbieter. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn mit ICE, Intercity und Eurocity kann mit dem Ticket jedoch nicht genutzt werden.
Die Deutsche Bahn registrierte nach der Einführung des 9-Euro-Tickets ein deutlich erhöhtes Fahrgastaufkommen in Regionalzügen und S-Bahnen. Laut einer internen Aufstellung der Bahn seien im Vergleich zum Vormonat rund 25 Prozent mehr Fahrgäste unterwegs gewesen, berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel .



