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Klima: Startup will mit Algen Energieeffizienz von Häusern steigern

Ein Start-up aus Mexiko will Algentanks an Hauswänden anbringen. Sie sollen Strom, Sauerstoff und Biomasse für die Energiewende erzeugen.
/ Patrick Klapetz
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Attraktiv gestaltete Algen-Bioreaktor-Paneele für nachhaltiges Gebäudedesign (Bild: Greenfluidics)
Attraktiv gestaltete Algen-Bioreaktor-Paneele für nachhaltiges Gebäudedesign Bild: Greenfluidics

Flache Algentanks an der Außenseite von Gebäuden sollen die Bauindustrie ein Stück weiter in Richtung Nachhaltigkeit bewegen. Das mexikanische Start-up Greenfluidics wurde 2018 gegründet und hofft, bald seine Algentanks auf den Mark zu bringen.

Die Paneele sollen nicht nur Wärme speichern, sondern auch Sauerstoff, Strom und Biomasse erzeugen. Darüber hinaus binden die Algen Kohlendioxid aus der Luft .

Die durch die Algen grün schimmernden Paneele können die Wärmeleitfähigkeit eines Gebäudes erhöhen. Dafür werden dem Wasser recycelbare Kohlenstoff-Nanopartikel hinzugefügt. Das Wasser wird durch eine Seite der Paneele geleitet, um die Wärmeaufnahme zu verbessern, während auf der anderen Seite die Algen gezüchtet werden, erklärte Miguel Mayorga, der CEO von Greenfluidics.

Vielseitige grüne Paneele

Die Wärme wird durch einen thermoelektrischen Generator direkt in Elektrizität umgewandelt und in das Gebäude eingespeist. Damit sind die Algenpaneele mit herkömmlichen Sonnenkollektoren vergleichbar. Je nach Beschattung des Gebäudes sollen außerdem 90 Kilowattstunden Strom pro Quadratmeter eingespart werden, die normalerweise bei der Klimatisierung anfallen würden.

Da die Algentanks an der Außenseite eines Gebäudes befestigt werden, spielt auch das Design und die Architektur der Tanks eine Rolle. Immerhin setzen die Tanks grüne Akzente, die nicht jedem gefallen dürften. Deswegen arbeitet das Start-up auch an einem ansprechenden Design für sein Produkt.

Bleibt es nur ein grüner Traum?

Jedoch ist nicht klar, ob die Technologie wirklich rentabel sein wird. Zwar verspricht das Unternehmen eine Energieerzeugung von jährlich 328 Kilowattstunden pro Quadratmeter(öffnet im neuen Fenster) , doch das klingt laut einem Beitrag auf New Atlas(öffnet im neuen Fenster) eher unwahrscheinlich. Der Autor verweist dabei auf seine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach. Mit dieser konnte er im Jahr 2021 ungefähr 210 Kilowattstunde pro Quadratmeter erzeugen – und Solarmodule sollten viel effizienter sein als ein thermoelektrischer Generator.

Zu viele Fragen sind noch offen, um die Algentank-Technologie wirklich zu bewerten. Außerdem ist nicht klar, wie die entstehende Biomasse weiterverwendet werden soll.


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