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Klima:
Schwärzer als Kohle

Holz zu verbrennen gilt als umweltfreundlich. Doch um den Holzbedarf all der Kamine und Biomassekraftwerke zu stillen, werden ganze Wälder vernichtet. Zudem entstehen bei der Verfeuerung enorm viel CO2 und Feinstaub.
/ Daniel Hautmann
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Feuer ist nicht gleich Feuer: Holzpellets haben halb so viel Heizwert wie Kohle. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Feuer ist nicht gleich Feuer: Holzpellets haben halb so viel Heizwert wie Kohle. Bild: Werner Pluta/Golem.de

Sieben Millionen Tonnen Holz. Die Flammen des Biomassekraftwerks Drax(öffnet im neuen Fenster) in Großbritannien fressen sich jedes Jahr durch einen ganzen Wald. In den mächtigen Heizkammern des Kraftwerks landet der Wald in Form von Holzpellets. Das hat einen simplen Grund: Subventionen. Für jede erzeugte Megawattstunde Energie erhält der Betreiber rund 50 Euro. Gleichzeitig muss er keine CO2-Abgabe entrichten. Denn Holz ist ein erneuerbarer Rohstoff und damit vom CO2-Handel ausgenommen. Deshalb wurde das ehemalige Kohlekraftwerk zum vermeintlich umweltfreundlichen Pelletheizwerk umgebaut.

Doch ist das Kraftwerk mit seinen rund 4.000 Megawatt tatsächlich so öko? Davon könne keine Rede sein, sagen zahlreiche Forscher(öffnet im neuen Fenster) der Europäischen Akademie der Wissenschaften in Salzburg, unter ihnen auch der Umwelt-Programmdirektor Michael Norton. In einer Untersuchung von 2019 zeigen sie, dass auf dem Weg zum Verfeuern von Holz mehr CO2 in die Atmosphäre geblasen wird, als während der Wachstumsphase im Stamm eingelagert wurde.

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