Suche

Klima: Ozonloch ist 2023 deutlich angewachsen

Anhand von Satellitendaten der Esa zeigt sich das Ausmaß des Ozonlochs. Es ist eines der größten saisonalen Löcher, die jemals beobachtet wurden. Doch es gibt gute Nachrichten.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Messungen des Copernicus-Satelliten Sentinel-5P zeigen das diesjährige Ozonloch über der Antarktis. (Bild: DLR, Esa)

Die Erde und ihr Klima werden aus dem Weltraum heraus beobachtet. Durch die Hilfe des Copernicus Sentinel-5P-Satelliten der europäischen Weltraumorganisation Esa konnten die aktuellen Ausmaße des Ozonlochs bemessen werden. Am 16. September 2023 umfasste seine Größe eine Fläche von 26 Millionen Quadratkilometer, was bedeutet, dass das Ozonloch über der Antarktis auf die dreifache Größe Brasiliens angewachsen ist.

Anzeige

Damit ist es eines der größten saisonalen Löcher, die jemals beobachtet wurden. Das Maximum des Ozonlochs wurde im Jahr 2000 erreicht, als die Kluft eine Fläche von fast 28,4 Millionen Quadratkilometern erreichte. Nach wie vor vergrößert und verkleinert sich das Ozonloch saisonal. Der Grund dafür sind Temperaturschwankungen und Windverhältnisse in der Stratosphäre. Seine maximale Größe erreicht das Ozonloch zwischen Mitte September und Mitte Oktober.

"Unser operationeller Ozonüberwachungs- und -vorhersagedienst zeigt, dass das Ozonloch 2023 früh begonnen hat und seit Mitte August schnell gewachsen ist", erklärte Antje Inness in einer Pressemitteilung der Esa. Sie ist die leitende Wissenschaftlerin beim Copernicus-Überwachungsdienst der Atmosphäre (Copernicus Atmosphere Monitoring Service).

Insgesamt wird das Ozonloch kleiner

Ein möglicher Grund für das überdurchschnittliche Wachstum des Ozonlochs ist der Vulkanausbruch des Hunga-Tonga im Januar 2022. Bei dieser Eruption gelangten große Mengen Wasserdampf in die Luft. Laut Inness könnte der Wasserdampf "zur verstärkten Bildung von polaren Stratosphärenwolken geführt haben, in denen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) reagieren und den Ozonabbau beschleunigen können".

Anzeige

Trotz der starken saisonalen Zunahme in diesem Jahr wird das Ozonloch insgesamt immer kleiner. Claus Zehner schätzt, dass "auf der Grundlage des Montrealer Protokolls und des Rückgangs der anthropogenen ozonabbauenden Stoffe" die globale Ozonschicht bis etwa 2050 wieder ihren normalen Zustand erreicht.