Klima: Kupfer-Engpässe könnten Energiewende behindern

Aus einer Studie von S&P Global geht hervor, dass das Erreichen der Netto-Null-Emissionen bis 2050 gefährdet ist. Es gibt zu wenig Kupfer.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Screenshot des Titelblatts vom Zukunftsreport zum Kupferengpass
Screenshot des Titelblatts vom Zukunftsreport zum Kupferengpass (Bild: S&P Global)

Im Zuge des Pariser Klimaabkommens haben 195 Staaten sowie die Europäische Union dafür gestimmt, die menschengemachte globale Erwärmung zu reduzieren. Der Bau und die Nutzung von Elektrofahrzeugen, Batterien zur Energiespeicherung sowie Solar- und Windenergie sollen bei der Begrenzung der Erderwärmung helfen.

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Laut einem aktuellen Bericht von S&P Global, einem US-amerikanischen Finanzdienstleistungskonzern, wird für all die erneuerbaren Energien Kupfer benötigt. Doch um den menschengemachten Klimawandel bis 2050 auf eine Null-Emission zu begrenzen, gibt es zu wenig Kupfer.

Klimaneutrale Technologien benötigen mehr Kupfer

Der Grund für den steigenden Kupferbedarf sind die klimaschonenden Technologien selbst. Laut dem S&P-Global-Bericht benötigen Solarenergie zweimal und Offshore-Windkraft fünfmal mehr Kupfer pro Megawatt installierter Leistung als Strom, der mit Erdgas oder Kohle erzeugt wird.

Zudem zeichnet sich Kupfer durch seine gute elektrische Leitfähigkeit und geringe Reaktivität aus, weswegen das Material in Kabeln, Transistoren und Wechselrichtern verwendet wird. Somit steigt der Bedarf an Kupfer auch bei der Bereitstellung der Infrastruktur für den Transport erneuerbarer Energien. Und auch die Produzenten von Elektrofahrzeugen benötigen 2,5 Mal mehr Kupfer für den Bau eines Elektroautos als für den Bau eines Verbrennungsmotors.

Kupferbedarf wird sich verdoppeln

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Der weltweite Kupferbedarf soll sich laut der Prognose des Finanzdienstleisters bis 2035 auf jährliche 50 Millionen Tonnen fast verdoppeln. Der Höhepunkt des Kupferbedarfs soll in den 2030er Jahren erreicht werden. Anschließend soll die Nachfrage abschwächen. Dennoch sollen bis 2050 mehr als 53 Millionen Tonnen Kupfer benötigt werden. Das sei mehr als das gesamte weltweit verbrauchte Kupfer zwischen 1900 und 2021.

"Man ist einfach davon ausgegangen, dass Kupfer und andere Mineralien vorhanden sein werden. ... Kupfer ist das Metall der Elektrifizierung, und die Elektrifizierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende", erklärt Daniel Yergin, stellvertretender Vorsitzender von S&P Global, gegenüber CNBC.

Der Versorgungsengpass geht aus zwei unterschiedlichen Szenarien hervor. Im Rocky Road Scenario (engl. das Szenario des steinigen Wegs) wird die Produktion weitestgehend unverändert fortgeführt. Das wird im Jahr 2035 zu einem jährlichen Versorgungsdefizit von fast 10 Millionen Tonnen führen. Aber auch die Prognose des optimistischeren High Ambition Scenario (engl. High Ambition Scenario) ist nicht viel besser. Selbst wenn die Auslastung der Minen erhöht und das Recycling von Kupfer weiter vorantrieben wird, weist der Markt auch in den 2030er Jahren ein Defizit auf.

Selbst der Bau einer neuen Kupfermine wäre keine schnelle Lösung, denn immerhin dauert die Inbetriebnahme lauf der Internationalen Energieagentur im Durchschnitt 16 Jahre. In den USA sei die Kupferproduktion im letzten Vierteljahrhundert zudem um die Hälfte zurückgegangen.

Zum Kupfer-Bericht

Den Bericht The Future of Copper. Will the looming supply gap short-circuit the energy transition? (engl. Die Zukunft des Kupfers. Wird die drohende Versorgungslücke die Energiewende zum Scheitern bringen?) können Sie kostenlos downloaden. Jedoch müssen Sie sich vorher auf der S&P-Global-Seite für den Download registrieren.

Damit der zukünftige Kupferengpass minimiert werden kann, schlagen die Autoren des Berichts vor, dass bessere Technologien zur sauberen Kupfergewinnung und Raffination entstehen müssen, das Recycling effizienter betrieben werden muss und eine klarere, stabilere und vorhersehbare Politik in Bezug auf Genehmigungsfristen und Investitionen gefragt ist. Aber auch der Blick auf andere Materialien, die für die Umsetzung der Klimaziele wichtig sind, dürfen nicht vergessen werden. Die EU und die USA haben dies bereits im Blick.

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Sybok 18. Jul 2022 / Themenstart

Zu Hause bin ich froh keine Alukabel mehr zu haben, die sind nämlich leider nicht ganz...

Zockmock 18. Jul 2022 / Themenstart

Am einfachsten wohl Rohstoff-ETF oder man muss ganz tief eintauchen und Beteiligungen an...

nightmar17 18. Jul 2022 / Themenstart

Ein paar Kilo sind ja noch als DSL Leitungen verbuddelt. Wenn man alles auf Glasfaser...

Niaxa 18. Jul 2022 / Themenstart

Da sich einfach keiner vor seinem Aktionismus, überhaupt Gedanken zu den Anforderungen...

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