Klima: Google implementiert Ökoroutinen

Der Suchmaschinenkonzern trimmt Funktionen seiner Kerndienste Suche und Maps stärker auf Nachhaltigkeit.

Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti veröffentlicht am
Sundar Pichai vor einem neuen Google Campus in Kalifornien, der seine Energie aus Solarzellen, Erdwärme und einem nahegelegenen Windpark erhält.
Sundar Pichai vor einem neuen Google Campus in Kalifornien, der seine Energie aus Solarzellen, Erdwärme und einem nahegelegenen Windpark erhält. (Bild: Google)

An der Börse zählen für Unternehmen Umsatz und Gewinn - und der realistische Blick auf Risiken, die den Gewinn schmälern könnten. Für Google-Chef Sundar Pichai ist klar: "Der Klimawandel ist das größte Risiko." Er wirke sich "auf unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft und unsere gemeinsame Zukunft auf diesem Planeten aus".

Inhalt:
  1. Klima: Google implementiert Ökoroutinen
  2. Nicht nur Preis, auch Nachhaltigkeit als Konsumkriterien

Bereits seit 2007 setzt Google auf klimaneutrales Wirtschaften. Der Fokus lag bisher auf die Versorgung der Rechenzentren durch Wind- und Solarenergie, wobei Google auch auf Kompensationsmechanismen zurückgreift.

Anlässlich Googles jüngsten Nachhaltigkeitsberichts macht Sundar Pichai klar, dass man die Risiken des Klimawandels als "Herausforderung und Chance" begreife. Bis 2030 will er alle Dienste klimaneutral anbieten: "Das bedeutet, dass jede Frage, die Sie an Google stellen, jede E-Mail, die Sie versenden, und jedes Youtube-Video, das Sie sich ansehen, bereitgestellt werden, ohne dass Kohlendioxidemissionen in die Luft gelangen werden."

Funktionale Änderungen in der Suche und Google Maps

Google rühmt sich schon seit langem dafür zu wissen, was die Menschen wirklich wollen. Mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie reagiert der IT-Riese nun auf das, was er in den täglichen Suchanfragen beobachtet: "Das Suchinteresse an nachhaltigem Handeln war noch nie so groß wie heute", sagt Googles Marketingchefin Stephanie Horton: "Ganz gleich, ob die Menschen entscheiden, wo sie Urlaub machen, was sie kaufen wollen oder ob sie einfach nur nach Möglichkeiten suchen, den Klimawandel zu bekämpfen."

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Google reagiert auf die gestiegene Nachfrage mit Funktionsänderungen in seinen Kernprodukten. In Google Maps wird die Default-Anzeige von der schnellsten Route auf die umweltfreundlichste Route geswitcht. Google-Chef Pichai lässt es sich nicht nehmen, selbst die Änderung zu erklären: "Die Funktion zeigt standardmäßig die Route an, die weniger Kraftstoff verbraucht, wenn die geschätzte Ankunftszeit ähnlich ist."

In den USA ist die Umstellung bereits erfolgt, in Europa ist sie für 2022 geplant. Pichai geht davon aus, dass viele kleine Änderungen in Summe einen spürbaren Effekt haben werden: "Wir glauben, dass diese Funktion im nächsten Jahr die gleiche Wirkung haben wird, wie wenn wir über 200.000 Autos von der Straße holen." Das soll der Einsparung von einer Million Tonnen des Treibhausgases CO2 entsprechen. Mit einem weiteren KI-gestützten Projekt will Google die Ampel-Schaltungen in Ballungsgebieten auf grüne Welle optimieren - erste Pilotversuche laufen in mehreren Städten in Israel.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Auch der Such-Algorithmus wird auf Nachhaltigkeit optimiert - allerdings nur für einzelne Produkte in den USA. Bislang zeigt Googles Produktsuche dank der Preisoptimierung unter den ersten Treffern das günstige Produkt an. Für energieintensive Produkte wie Geschirrspüler, Trockner, Wasserboiler, Öfen und Heizungen gibt die Suche in den USA seit Anfang Oktober Konsumempfehlungen, die die kosteneffektivsten und nachhaltigsten Optionen darstellen.

Auf aktiven und expliziten Wunsch des Konsumenten hin können alternativ weniger nachhaltige Lösungen gewählt werden. Basis sind US-Nachhaltigkeitslabel. Eine ähnliche Funktion ist für Europa im Moment nicht geplant.

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Nicht nur Preis, auch Nachhaltigkeit als Konsumkriterien 
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