Nicht nur Preis, auch Nachhaltigkeit als Konsumkriterien

Ab Beginn nächsten Jahres wird auch die US-Suche für elektrische Fahrzeuge verbessert: So sollen Nutzer Modelle von E-Fahrzeugen besser vergleichen können, Hybrid- und vollelektrische Fahrzeuge werden klar unterschieden. Die Suche nach einem bestimmten Modell soll dann auch kompatible Ladestationen in der Nähe und deren typische Ladezeiten anzeigen. Dieses Feature soll zu einem späteren Zeitpunkt auch weltweit zur Verfügung stehen.

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Die Google-Suche zu "Climate Change" wird ab Ende Oktober für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch deutlich verbessert, indem qualitativ gute Quellen wie etwa die Vereinten Nationen deutlich vorangestellt und hervorgehoben werden. Außerdem sollen auf den neu gestalteten Informationspanels Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung klarer dargestellt werden.

Klimarelevante Transparenz für Investoren

Auch Google Finance wird weltweit nachhaltig optimiert: Nutzer können jetzt nicht nur die Aktienkurse und aktuellen Handelspreise abrufen, sondern auch den Nachhaltigkeitsscore. Hier hat sich Google für den Score des Carbon Disclosure Project (CDP) entschieden. Die britische Non-Profit-Organisation trägt weltweit Unternehmensdaten zusammen und vergibt dafür Noten zwischen A und D-.

Die Bestnote A gibt es für eine größtmögliche Transparenz, wobei es auch belohnt wird, wenn das Unternehmen auf wissenschaftlich fundierte Ziele setzt. Seit Jahren erhält Google - wie auch Microsoft und Apple - die A-Note für seine Antworten zu den Klimarisiken.

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Entwickelt Google seinen Dienst konsequent in Richtung Nachhaltigkeit weiter, werden ESG-Kriterien eine gewichtigere Rolle spielen. Mit Methoden des maschinellen Lernens arbeiten Forscher etwa im EU-Projekt Greenfin bereits daran, Jahresberichte von börsennotierten Unternehmen auf Klimarisiken hin automatisiert zu filtern.

Noch geht es vor allem um das Maß an Transparenz, das die Unternehmen herstellen. Im Zuge des europäischen Green Deal erarbeitet jedoch die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) im Auftrag der EU-Kommission Standards für das nicht-finanzielle Reporting. Dann werden auch inhaltlich robustere Aussagen etwa zum CO2-Fußabdruck, zum Ressourcen- und Wasserverbrauch möglich werden. Die Verabschiedung der überarbeiteten CSR-Richtlinie wird für 2022 erwartet.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

KI-gestützte Ökoroutinen

Mit Blick auf die Klimakrise hat der Umweltwissenschaftler Michael Kopatz vom Wuppertal-Institut ein kollektives strukturelles Lösungskonzept entwickelt: Die Ökoroutine "verändert die Verhältnisse so, dass sich nachhaltiger Konsum verselbständigt". Das Konzept fußt auf der Erkenntnis, dass es nicht genügt, das Handeln des Einzelnen über Appelle oder Bildung zu beeinflussen, sondern über strukturelle Änderungen. Dabei werden Standards und Limits nach und nach in Richtung Nachhaltigkeit verändert.

Standards sind für Google die Grundlage für die Weiterentwicklung der Dienste: Die bisher nur in den USA ausgerollten Dienste setzen auf US-Standards. Für die Europäische Union müsste der US-Konzern sich erst noch eingehender mit den hiesigen Standards beschäftigen. Wie ernst es Google wirklich mit Nachhaltigkeit ist, wird sich nicht zuletzt daran zeigen, ob EU-Standards in die Dienste implementiert werden. Für die von zahllosen SEO-Diensten anvisierte Produktsuche jedenfalls wäre aus Sicht der Verbraucher damit sicherlich auch eine qualitative Verbesserung verbunden.

Google setzt mit den Neuerungen vor allem auf zwei Ökoroutinen, die mit Methoden der künstlichen Intelligenz effektiv verfolgt werden können: Zum einem auf das Nudging über Voreinstellungen für Konsumempfehlungen, zum anderen auf die nachhaltige Routenoptimierung, bei der Zeit und Kosten nicht mehr die vorrangige Rolle spielen. Bisher wurde die KI in der Produktsuche genutzt, um auf Absatz und Gewinn zu maximieren, also um den Konsum zu beschleunigen.

Google setzt damit bewusst auf die Etablierung von Ökoroutinen über Nudges. Nudges sind "Schubser" in eine bestimmte Richtung, zu einer gewünschten Entscheidung. Der Begriff wurde erstmals 2008 vom Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und dem Rechtswissenschaftler Cass Sunstein verwendet, um eine Methode zu beschreiben, die das Verhalten von Menschen beeinflusst, ohne mit Verboten und Geboten oder ökonomischen Anreizen zu arbeiten.

Nudges können demnach Verhaltensänderungen in Richtung mehr Nachhaltigkeit anregen. Sie zwingen aber nicht dazu, die eigenen Gewohnheiten zu ändern. Thaler und Sunstein zeigten, dass, wenn die richtige Entscheidung die leichteste ist, die Menschen diese Entscheidung wählen werden. Denn anders als es das Modell des homo oeconomicus postuliert, treffe der Mensch Entscheidungen nicht immer rational und optimal.

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 Klima: Google implementiert Ökoroutinen
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