Kleßen-Görne: Telekom schließt berühmtes Funkloch in Brandenburg

In Kleßen-Görne müssen die Bewohner zum Telefonieren nicht mehr auf eine Leiter steigen. Dazu reist Bundesverkehrsminister Scheuer persönlich mit einem Bus voller Journalisten an, um das Schließen des Funklochs zu feiern.

Artikel veröffentlicht am ,
Der neue Funkmast im brandenburgischen Dorf Kleßen-Görne
Der neue Funkmast im brandenburgischen Dorf Kleßen-Görne (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom schließt am heutigen Mittwoch eines der bekanntesten Funklöcher in der Gemeinde Kleßen-Görne in Brandenburg. Wie die Telekom bei Twitter erklärte, luden Telekom Technologie Vorstand Walter Goldenits und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum Pressegespräch ein.

Die kleinste Gemeinde in Brandenburg hat nur rund 360 Einwohner. Seit zehn Jahren wartet das Dorf auf den Anschluss, auch Golem.de berichtete bereits darüber. Kleßen-Görne liegt in einer Senke, über die Mobilfunksignale weitgehend hinwegstrahlen. Ein eigener Funkmast vor Ort soll angeblich etwa 200.000 Euro kosten, also 571,43 Euro pro Einwohner. Es half den Bewohnern bislang allenfalls, sich im Garten auf eine Leiter zu stellen oder auf einen Baum zu klettern, um die ein oder andere Funkwelle mit dem Handy zu erhaschen.

Nun stellte die Telekom in der vergangenen Woche zwei Mobilfunkmasten auf. Dazu reist Scheuer persönlich mit einem Bus voller Journalisten an.

Brandenburgs Staatskanzleichef Martin Gorholt (SPD) sagte: "Steter Tropfen höhlt den Stein. Unsere langjährigen und zähen Verhandlungen mit dem Bund, der Bundesnetzagentur und den Mobilfunkanbietern, auch ländlich geprägte Regionen ans Netz zu bringen - also jedes Dorf, jede Stadt und jedes Unternehmen - scheinen endlich Wirkung zu zeigen."

Morgen ist Mobilfunkgipfel

Gorholt betonte: "Bislang hieß es von Seiten der Mobilfunkbetreiber immer, dass eine wirtschaftliche Lösung unter anderem für die Gemeinde Kleßen-Görne nicht möglich wäre. Deshalb begrüße ich es umso mehr, dass die Telekom jetzt auch dort sicherstellen will, was in der heutigen Zeit jedem selbstverständlich erscheint: per Mobilfunk kommunizieren zu können. Brandenburg wird seine Erfahrungen auch beim Mobilfunkgipfel, zu dem die Bundesregierung für den 12. Juli geladen hat, darstellen und flächendeckende Abdeckung von Funklöchern bei Sprache und Datenverkehr im gesamten Land einfordern." Finanzminister Christian Görke (Linke) forderte Scheuer auf, den Mobilfunk als Universaldienst im Telekommunikationsgesetz festzuschreiben. "Denn das ist aus meiner Sicht Mindeststandard, der jedem zusteht. Und nur so können die auch im Land Brandenburg noch vorhandenen Funklöcher zügig und flächendeckend geschlossen werden", sagte Görke.

In Brandenburg meldeten die Einwohner seit Anfang Mai 2017 auf der Seite funkloch-brandenburg.de 23.024 Funklöcher. Das teilte die CDU-Fraktion Brandenburg mit, die die Messung gestartet hatte.

Trotz der Marketingversprechen der Netzbetreiber gibt es viele Funklöcher bei der Versorgung mit mobilem Internet im deutschen Mobilfunk. Das ergab der Netztest der Computer Bild, für den über eine App drei Millionen Datenverbindungen und mehr als zwei Millionen Gesprächsminuten von 49.597 Nutzern gesammelt wurden. Je nach Netz und Aufenthaltsort saßen laut den Ergebnissen vom Dezember 2016 beim mobilen Internet 30 bis 45 Prozent der Deutschen im Smartphone-Funkloch.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


EMP 13. Nov 2019

Nachdem bereits vor einigen Wochen Fundamente für einen festen Masten hergestellt wurden...

marcometer 12. Jul 2018

Klingt als wärst du direkt von dort. Kannst du etwas mehr zu dem Punkt sagen wie es...

plutoniumsulfat 12. Jul 2018

§1: Alles, was der Staat macht, hat teurer zu sein als größere Vorhaben von mehreren...

av1s 12. Jul 2018

Wie einst Willy Brandt sollte doch auch hier die Einführung von neuester Hochtechnologie...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Truppenversuch
Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter

Beim Truppenversuch der modifizierten Hololens 2 für die US-Armee hat sich herausgestellt, dass die Soldaten an Kampfkraft einbüßen und die Brillen ablehnen.

Truppenversuch: Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter
Artikel
  1. Morgan Stanley: Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter
    Morgan Stanley
    Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter

    Wegen der Nutzung von Whatsapp hatten Finanzregulatoren 2022 mehrere Banken mit hohen Strafen belegt.

  2. Nutzertest: Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz
    Nutzertest
    Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz

    Ein Kunde hat seine Hardware aufgerüstet, dennoch bekommt er statt 1 GBit/s nur 950 MBit/s im Download. Deutsche Glasfaser forscht nach.

  3. Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz: Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest
    Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz
    Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest

    Ständiges Wechseln zwischen Messenger-Apps ist lästig. All-in-One-Messenger versprechen, dieses Problem zu lösen. Wir haben fünf von ihnen getestet und große Unterschiede bei Bedienbarkeit und Datenschutz festgestellt.
    Ein Test von Leo Dessani

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Razer Gaming-Stuhl -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /