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Klemmbausteine aus PET-Flaschen: Lego verwirft Plan für nachhaltige Bausteine

Recycelbare Legosteine aus RPET sind für Lego nicht realisierbar. Deshalb wird wie gehabt auf mit Erdöl hergestellte ABS-Steine gesetzt.
/ Oliver Nickel
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Lego-Modelle bestehen fast ausschließlich aus ABS-Kunststoff. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Lego-Modelle bestehen fast ausschließlich aus ABS-Kunststoff. Bild: Oliver Nickel/Golem.de

Vor zwei Jahren hat Lego einen Prototyp für einen neuen Stein aus RPET getestet – ein Kunststoff, der auch in recycelbaren PET-Flaschen genutzt wird. Damit sollten nachhaltige und umweltfreundliche Legosteine gebaut werden. Diesen Plan hat der Konzern nun verworfen. Das berichtet die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) , die mit dem aktuellen Lego-CEO Niels Christiansen sprach.

Laut Christiansen ist der Umstieg auf ein neues Baumaterial ökologisch nicht tragbar. Derart gebaute Steine würden über ihre Haltbarkeitsdauer mehr CO₂ verursachen als die bisherigen Legosteine, die aus ABS-Kunststoff gefertigt werden. RPET ist deshalb keine Option.

Stattdessen konzentriert sich Lego auf die Verfeinerung des ABS-Herstellungsprozesses. Aktuell werden etwa zwei Kilogramm Erdöl für ein Kilogramm ABS-Kunststoff benötigt. Im Spielzeugsektor wird ABS gern genutzt, da es sich gut verarbeiten lässt, widerstandsfähig und witterungsfest ist. Es wird deshalb unter anderem auch als Material für 3D-Drucker genutzt.

Umstellung zu umweltschädlich

Lego verwendet ABS in Granulatform und fertigt daraus diverse Bausteine. Das Granulat lässt sich relativ einfach transportieren und herstellen. Der Umstieg auf RPET würde Lego weitere Investitionen in Pressmaschinen und andere Ausrüstung kosten. Das Material verhält sich unter Hitze und Druck – wichtige Parameter für die Pressung von Legosteinen – eben anders.

"Wir haben Hunderte und Aberhunderte von Materialien getestet. Es war einfach nicht möglich, ein passendes Material zu finden" , sagte Christiansen im Interview mit der Financial Times. Es sei schlicht zu schwierig, einen passenden Ersatz für ABS zu finden, vor allem da Legosteine einem gewissen Standard entsprechen sollen, beispielsweise wie gut sie aufeinander passen und wie stark die Klemmkraft ist.

Der Konzern verwendet bei einigen Spezialteilen ein auf pflanzlichen Stoffen basierenden Kunststoff(öffnet im neuen Fenster) . Das sind Sonderteile wie Bäume oder flexible Flügel bei Minifiguren. Standardbausteine werden weiterhin mit Erdöl hergestellt. Bis 2025 sollen zumindest die Kunststoffbeutel verschwinden, die Bausteine in verschiedene Bauschritte aufteilen. Stattdessen sollen kleine Taschen aus Papier genutzt werden.


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