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Kleinstwagen: Der Citroën Ami wird zum Opel Rocks-e

Ursprünglich wollte Citroën den elektrischen Kleinstwagen Ami in Deutschland auf den Markt bringen. Das übernimmt nun aber Opel unter anderem Namen.
/ Friedhelm Greis
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Der Citroën Ami kommt als Opel nach Deutschland. (Bild: Opel)
Der Citroën Ami kommt als Opel nach Deutschland. Bild: Opel

Der von Citroën entwickelte Kleinstwagen Ami wird in Deutschland als Opel Rocks-e auf den Markt gebracht. Das teilte der Rüsselsheimer Autohersteller(öffnet im neuen Fenster) am Mittwoch mit. Ein Sprecher von Citroën bestätigte auf Nachfrage von Golem.de, dass der französische Hersteller den Ami lediglich in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal anbieten werde. Beide Firmen gehören zur französischen PSA-Gruppe und inzwischen zum Stellantis-Konzern.

An den technischen Details des Autos ändert sich offenbar nichts. Der neue Rocks-e soll in Deutschland schon vom Herbst an online oder im Direktverkauf bei ausgewählten Opel-Händlern bestellbar sein. Weitere Märkte sollen dann 2022 folgen. Einen Preis hat Opel noch nicht genannt.

Citroën hat in Frankreich die Basisversion des Ami für 6.000 Euro nach Abzug einer Kaufprämie auf den Markt gebracht. Die monatliche Leasingrate beträgt dort nur 20 Euro bei einem 48-Monatsvertrag und 2.644 Euro Anfangszahlung.

Der Rocks-e ist 2,41 Meter lang, 1,39 Meter breit und 1,52 Meter hoch. In Deutschland wird ein Moped-Führerschein (AM-Klasse) benötigt. Die Reichweite des eingebauten Lithium-Ionen-Akkus mit 5,5 kWh liegt bei rund 70 km. Geladen wird das Fahrzeug an normalen Haushaltssteckdosen in ungefähr drei Stunden. Das Ladekabel ist in die Beifahrertür eingebaut. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 km/h.

Citroën AMI Probe gefahren
Citroën AMI Probe gefahren (02:04)

Gute Rundumsicht bei spartanischer Ausstattung

Golem.de hat den Citroën Ami im September 2020 Probe gefahren . Dabei hatten wir innen gar nicht den Eindruck, in einem Kleinstwagen zu sitzen. Dazu trägt sicherlich die umfassende Verglasung mit Panoramadach bei. Auch die Rundumsicht ist hervorragend. Zwar hat Citroën auf den Innenspiegel verzichtet, doch gerade beim unübersichtlichen Rechtsabbiegen ist es von Vorteil, dass die Heckscheibe direkt hinter dem Fahrersitz liegt und die Sicht nicht durch eine breite C-Säule verdeckt wird.

Bei dem niedrigen Preis muss man beim Komfort an vielen Punkten Abstriche machen. Ein kleines LCD hinter dem Lenkrad gibt Geschwindigkeit, Reichweite und Kilometerstand an. Statt Türgriffen gibt es innen nur orange Schlaufen, um die Tür zu öffnen und zu schließen.

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Wenig komfortabel ist auch das Schließsystem. Es gibt keine Zentralverriegelung, dafür aber zwei Schlüssel: einen für die beiden Türen, einen weiteren für das Zündschloss zum Starten des Fahrzeugs. Fensterheber gibt es ebenfalls nicht. Immerhin lässt sich der untere Teil der Scheiben mit etwas Übung nach oben klappen. Dann lassen sich auch von innen die Außenspiegel einstellen. Gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass sich der Blinker nach einem Abbiegevorgang nicht automatisch abschaltet. Es gibt eine Heizung und ein Gebläse. Allerdings nur auf einer einzigen Stufe und ziemlich laut.

Ermöglicht wird der günstige Preis durch das besondere Entwicklungskonzept: Der Ami ist symmetrisch aufgebaut und besteht aus weniger als 250 Einzelteilen. Das hat zur Folge, dass die Fahrertür nach hinten aufschlägt, während die Beifahrerseite sich normal nach vorne öffnet. Die Karosserie besteht aus Plastikteilen, die an einem Stahlrahmen befestigt sind. Airbags oder andere Sicherheitssysteme wie ESP, die bei Pkw verpflichtend sind, gibt es nicht.


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