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Kleinere Netzbetreiber: Pläne schmieden gegen Telekom, Vodafone und Telefónica

24 Mobilfunkwettbewerber wollen ihre Chancen auf dem von drei großen Anbietern dominierten Markt verbessern – unter anderem bei 5G .
/ Oliver Nickel
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Kleinere Mobilfunkanbieter wollen bei 5G mithalten können. (Bild: Pixabay.com)
Kleinere Mobilfunkanbieter wollen bei 5G mithalten können. Bild: Pixabay.com

Diverse Netzanbieter haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam an Maßnahmen gegen die drei größten deutschen Mobilfunkanbieter zu arbeiten. Die Telekom, Vodafone und Telefónica bildeten Oligopolstrukturen, die es zu verhindern gelte. Der Meinung ist zumindest Freenet-Vorstandsvorsitzender Christoph Vilanek. Der FAZ (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) liegt zudem ein Dokument vor, welches als Stellungnahme von insgesamt 24 verschiedenen Mobilfunkanbietern zu verstehen ist.

Laut dem Dokument liegt ein "eklatantes Ungleichgewicht" auf dem deutschen Markt vor. Es sollte kleineren Wettbewerbern besser möglich sein, Zugriff auf die Netze der drei großen Anbieter zu erhalten. Zu den kleineren Wettbewerbern zählen neben Freenet beispielsweise 1&1 und lokale Unternehmen wie Dokom (Dortmund) oder der Telekommunikationsarm von Teag (Thüringen).

Die großen Drei sind dagegen

"Wo soll das hinführen, wenn Amazon und Co. Zugriff auf Infrastruktur bekommen, die Milliarden verschlungen haben?" , fragte sich der Telekom-Vorstandsvorsitzende Tim Höttges dazu. Obwohl mit der Aussage auch von den kleineren Wettbewerbern abgelenkt wird – hier steht schließlich nicht Amazon zur Debatte – soll diese Aussage eines vermitteln: Weiterer Wettbewerb wirkt sich negativ auf den Netzausbau aus. Laut Telefónica ist es inakzeptabel, wenn die für hohe Preise erworbenen Frequenzspektren nun "zu Dumpingpreisen geteilt werden müssen" .

Laut FAZ ist vor allem die kommende bessere 5G-Verfügbarkeit ein Handlungsgrund für kleinere Wettbewerber. Es sei schlicht sehr schwierig, selbst im 5G-Netz tätig zu sein, wenn Telekom, Vodafone und Telefónica die Hoheit darüber hätten, heißt es. In diesem Bereich könnten sie nicht mithalten und würden früher oder später vom Markt verdrängt werden.

Die Bundesnetzagentur wird sich im September zusammensetzen, um bezüglich des deutschen Netzausbaus zu diskutieren. Dabei wird erwartet, dass es Informationen zu den kommenden Auktionen für Mobilfunkfrequenzen geben wird. Dabei könnte auch wieder eine erneute Diensteanbieterverpflichtung verhandelt werden, also die Möglichkeit, dass sich kleinere Anbieter auf den Mobilfunknetzen mit einbuchen dürfen.


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